Druckschrift 
Pharmakologisches und Therapeutisches über die Maxquelle, die Arsenquelle des Bades Dürkheim
Entstehung
Seite
3
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

— 3

worden. Es ist nämlich wahrscheinlich das von dem ausgeschiedenenSediment klar abgegossene Wasser analysiert worden, das völlig arsen-frei ist, während das damals nicht analysierte Sediment den ganzen enormenArsengehalt in Form von unlöslichen Arsenaten enthält.*) Deshalb ist auchdas aus der Maxquelle auf dem Gradierwerk gewonnene Salz völlig arsen-frei. Die nunmehr vorliegenden, von Ebler 1 ) n ), Hintz 10 ) und Rupp 2 )ganz unabhängig voneinander ausgeführten Analysen ergeben überein-stimmend den ganz konstanten Arsengehalt von 17—18 mgm. As 2 0 3 proLiter der frisch abgefüllten Quelle selbst. So stellten sich also altbekannteSoolquellen von mittlerem Salzgehalt durch diesen überraschenden Fundplötzlich in den Vordergrund des Interesses.

Dass die Autoren, denen wir die ersten Mitteilungen auf Grundder geänderten Verhältnisse verdanken, von vornherein den Satz auf-stellten: „die Maxquelle steht einzig da, ohne Rivalen", ist wohl begreiflich,aber doch wieder nicht völlig zutreffend. Existiert doch schon seit einigerZeit eine Schwesterquelle, deren sich die Maxquelle keineswegs zu schämenhat, das berühmte französische Wasser der La Bourboule. Es istmerkwürdig, wie wenig im grossen und ganzen die Mineralquellen Frank-reichs, jenes auch in dieser Hinsicht so reich gesegneten Landes, dendeutschen Aerzten — wenn wir etwa Vichy ausnehmen — bekannt sindund von ihnen beachtet werden. Es erklärt sich das natürlich aus denüberaus mangelhaften persönlichen Beziehungen, die zwischen den beidenNachbarländern bestehen. Wieviel Deutsche gibt es, die ausser demeinzigen Paris und dem eigentlich unfranzösischen Nizza etc. wirklichFrankreich ernstlich bereisen? Und doch ist es ungemein lohnend in jederHinsicht, Aber ebendaher auch die Unbekanntschaft mit den französischenBadeorten, selbst solchen, wie La Bourboule, Die meisten Autoren er-wähnten es anfangs gar nicht und von der Velden 8 ), der als einerder ersten über Arsentherapie mit der Maxquelle berichtete, schreibtz, B. (1909): „Eine ganze Anzahl südfranzösischer, wieitalienischer und auch deutscher Bäder enthalten des-gleichen geringe Spuren arseniger Säure, die jedoch zurErzielung einer Arsenwirkung nicht hinreichen." Dabei ent-hält die gar nicht erwähnte berühmte La Bourboule pro Liter 11,4 mgm.As 2 0 3 und steht der Maxquelle darin weitaus am nächsten!

Nur Ebler 1 ) führt von vornherein die La Bourboule in seinertabellarischen Uebersicht über die Arsenquellen an und macht später be-sonders auf sie aufmerksam. Er widerspricht sich aber doch ein wenig,indem er einerseits betont, dass die Maxquelle einen „ganz vereinzelt da-stehenden Fall repräsentiere" und gleich darauf ausführt, dass die stärkste

*) Weit minder wahrscheinlich ist die Annahme, dass Bunsen die betreffendeAnalyse gar nicht selbst ausgeführt, sondern sie einem Gehilfen überlassen habe. WennBunsenauch gewiss nicht alles hat eigenhändig bestimmen können, so hat er doch damals geradein verschiedenen Quellen nach Arsen gesucht und sein Vorhandensein in ungleich kleinerenMengen nachgewiesen. Zudem war es dieselbe Quelle, in der er die beiden neuen Elemente,Rubidium und Cäsium, entdeckte und schwerlich würde er die Analyse gerade dieser Quelleeinem ungeübten Gehilfen überlassen haben, der einen so beträchtlichen Arsengehalt ganzzu übersehen imstande war. Dass die Maxquelle damals den Arsengehalt noch nicht be-sass, ist sicher in hohem Grade unwahrscheinlich. Hintz ist allerdings der Meinung,Bunsen habe bei dieser Analyse so gearbeitet, dass er den Arsengehalt gar nicht hättefinden können.)