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verhüten, dass zugleich verhängnisvolle organotrope Wirkungen auf nervöseElemente eintreten. Es bleiben schliesslich die meist erst in neuerer Zeitbekannt gewordenen arsenreicheren Mineralquellen, die zwar Beachtungfanden, aber doch nicht durchweg voll befriedigten. Namentlich galt dasvon der Kur mit dem versendeten Wasser, Eine der hervorragendstenArsenquellen aber, die dem Boden Frankreichs entquillt und dort einenBadeort ersten Ranges geschaffen hat, war dem Gros der deutschen Ärztekaum dem Namen nach bekannt geworden.
Diese Umstände lassen es als begreiflich erscheinen, dass die voretwa fünf Jahren plötzlich gemachte Entdeckung von dem relativ enormenArsenreichtum in den altbekannten Soolquellen Dürkheims zwar Beachtungin den Kreisen der Ärzte und Laien fand, aber doch nicht die Beachtung,die dem Werte des gehobenen Schatzes entsprechend wäre. Dieser Wertist nicht hoch genug anzuschlagen. Stellt sich doch Deutschland damit indie erste Reihe der durch arsenreiche Quellen ausgezeichneten Länder,besitzt doch die Maxquelle zu Bad Dürkheim einen Gehalt von17,4 mgm. As s O g pro Liter und besitzt sie doch, was nicht minder wichtigist, zugleich andere so glückliche Eigenschaften, dass sie besonders auchfür die Kur mit dem versendeten Wasser ungemein geeignet ist.
Das Hauptverdienst an der Entdeckung*) und genauen Bestimmungdes Arsens in den Quellen Dürkheims, gebührt unstreitig Ebler 1 ), derspäter auch gemeinsam mit Fellner 15 ) ausgezeichnete Untersuchungenüber den Gehalt der Quellen etc. an Radium und radioaktiven Stoffenausführte. Das Arsen fand sich nach den weiteren Analysen von H i n t z 10 )reichlich in sämtlichen Dürkheimer Quellen, in recht geringer Menge nurim Bleichbrunnen, der bisher in Dürkheim hauptsächlich als Kurbrunnenverwendet wurde. Den grössten Gehalt weist, wie oben schon betont,die Maxquelle auf, die, weil sie in grösseren Mengen vom Magen „schlechtvertragen" wurde (unerkannte schwache Arsenvergiftung) längere Zeit nurin dem Gradirwerk zur Salzgewinnung benutzt wurde. Zwar hatten schonältere Dürkheimer Badeschriften beiläufig etwas über einen Arsengehaltder Quelle bemerkt, aber das wurde kaum beachtet und geriet vollendsin Vergessenheit, nachdem B u n s e n eine genaue Analyse des Wassersausgeführt hatte, in deren Ergebnissen nichts vom Arsen vorkam. Einescheinbar rätselhafte Tatsache! War es doch dieselbe Analyse und die-selbe Maxquelle, in der B u n s e n mit seinem kurz vorher erfundenenspektralanalytischen Verfahren zwei neue Elemente, die seltenerenAlkalimetalle Rubidium und Cäsium entdeckte. Jenes negative Resultatin betreff des Arsens könnte um so auffallender erscheinen, als geradeB u n s e n einer der ersten Analytiker war, der Spuren von Arsen inMineralquellen, namentlich solchen seines Heimatlandes (Baden-Baden etc.)nachwies.
Der Gedanke lag nahe, dass die Maxquelle damals überhaupt nochkeinen Arsengehalt besessen und ihn erst später erworben habe, also auchvielleicht einst wieder verlieren könnte. Warum damals in BunsensLaboratorium kein Arsen in dem Wasser gefunden wurde und gefundenwerden konnte, ist aber jetzt mit annähernder Bestimmtheit nachgewiesen
*) In der Literatur findet sich die Angabe, dass die erste zufällige Entdeckungdes Arsens in der Quelle — 1906 — von dem stud. ehem. H. Bart gemacht wurde, wasindes dem Verdienste von Ebler keinen Abbruch tun würde.