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Reid:
VIII. Wirkung des Rizins auf Kaltblüter.
In der anfangs zitierten Arbeit von Ctjshnt 1 ) berichtetdieser über Versuche, die er mit Fröschen unternommen hat undgibt an, dass es ihm gelungen sei, nach einiger Zeit starkeBlutungen im Magen zu erhalten, ja dass er mit dem Magen-inhalt weitere Frösche vergiften konnte. Die von ihm an-gewandten Dosen sind leider nicht genau angegeben. Versuche,die ich in dieser Hinsicht anstellte, führten mich zu etwasanderen Resultaten, die ich hier mitteile.
Versuch 1. Injiziert wurden 4 Kröten und zwar
2 Kröten mit 2 com eines 2°/ 0 igen Rizinauszuges,
2 „ „ 4 „ „ 2 „ „ und zwar
je 2 ccm an 2 aufeinander folgenden Tagen.
Die Kröten starben nach 2 resp. 3 Tagen mit dem typischen Rizin-befund, d. h. sie zeigten Injektion des Magens und des Darms; sonst keineauffallenden Veränderungen. Kein blutiger Schleim im Magen.
Der Magendarminhalt einer Kröte, die 4 ccm erhalten hatte, sowie dieMagendarmschleimhaut wurden in einem Mörser mit Sand und 10 ccm NaCl,sowie mit 2 Tropfen HCl verrieben und das neutralisierte Piltrat einemKaninchen von 1500 g injiziert, das nach 2 Tagen starb und folgendenBefund aufwies: Blutungen im Netz, Hyperämie des Darmes, Schwellungdes lymphatischen Apparates. In den Organen des Tieres fand sich mikro-skopisch folgendes. Milz sehr blutreich; in den Follikeln weniger als inder Pulpa sieht man fast auf jedem Schnitt mehrere Leukocyten mit weit-gehenden Kernveränderungen und häufig freiliegende Kerntrümmer beieinander.
Knochenmark blutreich, im übrigen ziemlich starkes Fettmark. Vonden weissen Blutkörperchen zeigt ein sehr grosser Teil intensive Zerfall-erscheinungen. Es scheinen ein- und mehrkernige Zellen davon betroffen zusein. Rote Blutkörperchen unverändert.
Niere, zahlreiche verfettete Glomeruli und Kanälchen, neben ganznormalen; viele Gefässe sind dicht mit Blutkörperchenhaufen angefüllt. Auf-fallend an diesen mit Blut gefüllten Gefässen ist die Verfettung der Endothelien.
Versuch 2. Ferner erhielten 4 Frösche von einer 5°/ 0 igen Emulsion:3 Frösche je 2 ccm einer 5°/ 0 igen Rizinusölemulsion.1 Frosch 4 „ „5 „
Alle 4 Frösche starben ohne auffallenden Befund, die am stärksteninjizierten Gefässe zeigte der Frosch mit 4 ccm Injektionsflüssigkeit. Dochwar bei keinem blutiger Mageninhalt nachzuweisen.
Versuch 3. Es wurden injiziert
9 Fröschen je 2 ccm eines 2°/ 0 igen Rizinusauszugs.Davon starben 4 nach 2 Tagen,4 nach 1 Tag,1 nach 3 Tagen.
*) Cüshny, Archiv f. exp. Path. u. Pharm. Bd. 41, 1898, S. 439.