Über die fermentativen Eigenschaften der veget. Hämagglutinine usw. 71
3. Über Sfrophanthussamen.
Die Samen der in der Pharmakologie viel genannten dreiPflanzenarten, Strophanthus gratus, Strophanthus hispidus undStrophanthus Combe sind meines Wissens noch nicht auf denGehalt an Enzymen, welche Kohlehydrate, Ester und Harnstoffspalten, untersucht worden. Seit in unserem Institute in allendrei Arten von Kobeet und Hessel (81) ein Saponin, dieStrophanthinsäure, nachgewiesen und diese von Siebueg (82) ana-lysiert worden ist, musste diese Frage von grossem Interesse sein.
Bei meinen Spaltungsversuchen extrahierte ich die feingestossenen Samen dieser Pflanzen mit der fünffachen Menge 0.9 bö-iger NaCl-Lösung. Der Auszug wurde mit 3 Volumen 96 bö-igem Alkohol gefällt. Im übrigen wurde ebenso wie bei denVersuchen mit Digitalissamen vorgegangen. Das Ergebnis fasseich kurz dahin zusammen, dass die Spaltungsversuche mitKohlehydraten, mit Glykosiden, mit Estern und mitHarnstoff bei Anwendung der Alkoholfällung des Samen-auszugs von Strophanthus hispidus und StrophanthusCombe stets ein negatives Eesultat gaben. Der Samenvon Strophanthus gratus scheint ebenfalls kein diasta-tisches Enzym zu enthalten, spaltet aber einige Glykoside(Amygdalin, Salizin, Helizin, Arbutin), ebenso Ester(Tannigen) und Harnstoff. Ob in den beiden erstgenanntenStrophanthusarten, die ich von Gehe & Comp, bezog, etwa durchTrocknen bei zu hoher Temperatur die Enzyme inaktiviert wordenwaren, weiss ich nicht.
Tabelle XXVII.
Amyg-dalin
Salizin
He-lizin
Ar-butin
Salol
Tanni-gen
Harn-stoff
Samen vonStrophanthus gratus . .
spaltet
spaltet
spaltet
spaltet
nicht
spaltet
spaltet
Die Spaltung des Amygdalins durch Strophanthus gratuswurde bei 38° nach 18—20 Stunden merkbar; bei 65—70° gabdie Mischung schon nach 20—25 Minuten eine deutliche Guajakon-kupfersulfatreaktion; Salizin, Helizin und Arbutin wurden auchbei 38° gespalten; eine deutliche Eeaktion auf die Spaltungs-produkte wurde dabei aber erst nach 24—30 Stunden, bei