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Ansichten über Kenntniss
Eine Stelle, welche ernstlicheren Grund abgeben könnte, beiden Römern im 1 ten Jahrhundert unserer Zeitrechnung die Kennt-niss alchemistischerBestrebungen anzunehmen, ist die inPlinius'Historia naturalis 57 ), die Darstellung von Gold aus Auripigmentbetreffende: Aurum faciendi est etiamnum una ratio ex auripig-mento, quod in Syria foditur pictoribus, in summa tellure, auri co-lore, sed fragili, lapidum specularium modo. Invitaveratque spesCajum (Caligulam) principem avidissimum auri: quamobrem jussitexcoqui magnum pondus: et plane fecit aurum excellens, sed itaparvi ponderis, ut detrimentum sentiret, illud propter avaritiamexpertus; quamquam auripigmenti librae X. IV. permutarentur;nee postea tentatum ab ullo est. Oft, noch in der neueren Zeit 58 ),
den Ursprung des Sprüchworts vgl. Suidas a. o. a. O. Die Bedeutung desWortes gerade in diesem Sinne würde auch gewahrt sein, wenn xQ vao X° 0 ^einen Goldschmelzer, welcher alchemistische Kunst betreibt und auf deren Re-sultate hofft, bezeichnete. — Merkwürdig ist, wie, allerdings beträchtlich vielspäter, ein griechischer Schriftsteller in Beziehung auf die schon früher derChemie zugerechnete Darstellung oder Herrichtung von Edelsteinen /pi><ro-/öovs, XiS-egyovs xal xrjfievTcts zusammen nennt: Anastasius Sinaita, derVerfasser der gewöhnlich als Anagogicae contemplationes in Hexaemeron an-geführten Schrift; aber es ist ungewiss, welcher der diesen Namen und Bei-namen führenden Schriftsteller gerade diese Schrift verfasste, ob ein in derzweiten Hälfte des 6ten Jahrhunderts oder ein später, vielleicht ein erst imAnfang des Uten Jahrhunderts lebender. Die betreffende Stelle aus der ge-nannten Schrift haben Conring (DeHermetica------------medicina [Helmestadii
1648],'p. 22 und [Helmestadii 1669], p. 24), Du Gange (Glossarium ad scriptoresmediae et infimae graecitatis [Lugduni 1688], s. v. /»fiEvzrjg, T. II, p. 1772),Boerhave (Elementa chemiae [Lugduni Batavorum 1732], T. I, p. 11) mitge-theilt: ov yaQ <f'r] xqvoo%6ov<; r\uäg xal ).i&sqyaü; xcti /^«surcVg, /QvßoxoXX))-ziov Xid-iov anscyyutsad-ai,, r) yQafpr) ßovXo/j,ei"i xal nai<Ssvovaa zuvra cprfiiv.
B7 ) L. XXXIII, c. 22 (der Franz'schen Ausgabe, Vol. IX, p. 108; sonstc. 4).
58 ) So von Sprengel in seiner Geschichte der Arzneykunde, 3. Auflage,II. Theil [Halle 1823]; nachdem er S. 215 der Aussage des Plinius gedacht,sagt er S. 219, dass die Goldmacherkunst in Aegypten schon lange vor Dio-cletian betrieben worden sein müsse, und dies beweise auch die vorher gege-bene Nachricht von Caligula's Versuchen. In der ersten Auflage seinesWerkes, II. Theil [Halle 1793], S. 154 hatte Sprengel noch bestimmter ge-sagt: „In das erste Jahrhundert nach Christi Geburt fällt die erste Nachrichtvon einer anderen Schwärmerei des Zeitalters, nämlich von der Verwandlungder Metalle oder der Aufsuchung des Steins der Weisen. Kaiser Caligulasuchte die Tinctur in dem Operment". Auch Grasse (Lehrbuch einer allge-meinen Literärgeschichte, I. Bd. [Dresden und Leipzig 1837 u. 1838], ob-