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Repetitorium der organischen Chemie : mit besonderer Rücksicht auf d. Studirenden d. Medicin u. Pharmacie ; mit 11 Holzstichen
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Glycoside.

Wie bereits S. 165 erwähnt worden ist, sind die Gly-coside in den Pflanzen vorkommende Verbindungen vonZucker (meist Traubenzucker) mit anderen Stoffen und zer-fallen durch die Einwirkung von Fermenten, von Säurenund Alkalien in ihre Bestandtheile. Da die meisten Pflanzensolche Fermente enthalten, so findet dieser Zerfall der Gly-coside in Zucker und den anderen Bestandtheil schon statt,wenn die zerkleinerten Pflanzen mit Wasser längere Zeit inBerührung bleiben. Wir haben bereits früher Gelegenheitgehabt, eine Anzahl Glycoside kennen zu lernen, so das In-dican, welches eine Verbindung von Zucker mit Indigo ist,die Kuberythrinsäure, eine Verbindung von Zucker mitAlizarin, das Frangulin etc. An dieser Stelle sei nur einekleine Zahl wichtigerer Glycoside noch erwähnt.

Amygdalin, C20H27NO11, kommt in den bitteren Man-deln, in den Kirschlorbeerblättern, in den Kernen der Kirschen,Aprikosen, Pfirsichen etc. vor und wird aus den entfettetenbitteren Mandeln durch Auskochen mit Weingeist gewonnen.Es bildet glänzende feine Krystallschuppen, die ohne Geruchund von schwach bitterem Geschmack sind und durch ver-dünnte Säuren oder durch das in den Mandeln enthalteneEmulsin in Zucker, Blausäure und Bittermandelöl (Benz-aldehyd) zerfallen:

CaÖHäjNOn + 2H 2 0 = 2C 6 H 12 0 6 + HCN + C 7 H c O.Beim Kochen mit Alkalien geht es unter Ammoniakent-wickelung in Amygdalinsäure, C20H23O13, über (die CNGruppe wird in die COOH Gruppe übergeführt).

Salicin, Ci3H 18 07, kommt in der Weidenrinde und inder Rinde mancher Pappelarten vor und bildet kleine glän-zende, bitter schmeckende Prismen, die bei 198° schmelzen

Pinner, Organ. Chojnie. 6. Aufl.

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