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Organische Chemie
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Fenchon.

I

Homologe der Camphersäure in ab- und aufsteigendem Sinne sind:Pyrocamphersäure (Apocamphersäure), C,H l3 (C0 2 H) 2 . Beim Erwärmen von Camphenmit nicht zu starker Salpetersäure erfolgt Umwandlung der CH 3 -gruppe in C0 2 H, undausserdem die vom Campher zur gew. Camphersäure führende Bildung von 2 C0 2 H : soentsteht die dreibasische Camphosäure, C,H 11 (C0 2 H) 3 . die unter Zersetzung bei 185°schmilzt; indem C0 2 und H 2 0 austreten, destillirt bei etwa 300° das Anhydrid derApocamphersäure, C,H 12 -C 2 0 3 , Smp. 179°. Dieses lässt sich leicht in die bei -209°schmelzende Pyro- oder Apocamphersäure überführen, die als Camphersäure aufgefasstwerden kann, deren CH 3 -gruppe durch H ersetzt ist. (B. 24, R. 948.)

d-Homocamphersäure, C 8 H 14 (C0 2 H)(CH 2 -C0 2 H). Durch Einleiten von Cvan inNatriumcampher* erhält man d-Cyancampher, C s H 14 -CO-CH(CN), Smp. 127°, derdurch Kochen mit Kalilauge in Homocamphersäure, Smp. 234°, übergeht. Destillationdes Kalksalzes dieser Säure in einem Kohlendioxydstrome führt wieder zum gewöhn-lichen d-Campher.

Fen chon.Fenchon, C 10 H lti O. Dieses von Wallach entdeckte gesättigteKeton ist in allen seinen chemischen Eigenschaften dem Campher sehrähnlich, und findet sich in einer rechtsdrehenden Modification imFenchelöl, während die linksdrehende einen der Bestandteile desThujaöls bildet. Die Befreiung beider Modificationen von Beimengungenberuht auf ihrer Beständigkeit gegen Oxydationsmittel; in ihren Eigen-schaften stimmen sie bis auf das entgegengesetzte Drehungsvermögen,[ a ] D = -j- 72°, vollkommen überein. Smp. -f- 5°; Sdp. 193°; D 19 = 0-9465.In concentrirter Schwefelsäure und rauchender Salpetersäure löst sichFenchon unverändert auf. Durch Reduction vermittelst Natrium erhältman d- und 1-Fenchylalkohol, C 10 H 17 -OH; durch Destillation mit P 2 0 5geht Fenchon in Metacymol Oi 0 H 14 über (während Campher ebensop-Cymol liefert). Permanganat oxydirt zu Dimethylmalonsäure, Oxal-säure und Essigsäure.

Fenchonoxim, C 10 H 16 NOH, schmilzt bei 161° und geht unter Wasseraustritt überin das bei 218° siedende Oximanhydrid=Fenchonitril C 9 H l5 'CN, durch dessen Ver-seifung man die ölförmige, bei 260° siedende Fencholensäure CgHj-'COaH erhält.Energische Reduction führt letztere in das gesättigte, bei 141° siedende Dihydrofen-cholen C S H 18 über; D 20 =0'79.

Fenchylalkohol, C 10 H 17 *OH. Entsteht durch Reduction des Feuchonsmit Natrium, wobei man aus d-Fenchon linksdrehenden Fenchylalkohol,[a]n = 10'3°, und aus 1-Fenchon ebensoviel rechtsdrehenden Fenchyl-alkohol erhält. Smp. 45°; Sdp. 201°; D 50 = 0'933. Durch Mischenbeider Formen resultirt der inactive Alkohol vom Smp. 35°. Das mitHilfe von PC1 5 gewonnene Fenchylchlorid C 10 H 17 C1, Sdp. 85° unter14 mm, gibt beim Erhitzen mit Anilin Fenchen.

Aus dem Reductionsproduct des Fenchonitrils, dem Fencholenamin, erhält manFencholenalkohol C 10 H 17 'OH, und auf ähnliche Weise den vielleicht damit iden-tischen Isofencholcnalkohol, Sdp. 218°, der durch verdünnte Schwefelsäure in dasdem Cineol ähnliche Fenchenol, C 10 H ls O, Sdp. 184°, umgelagert wird.

Grosse Aehnlichkeit mit den Terpenen, jedoch ganz andere Zusammensetzung habendas Iren, C 13 H l8 , und das isomere, künstliche Ionen. Verwandt mit ihnen sind zweiKetone, das Iron, C 13 H 20 O, der duftende Bestandtheil der Iriswurzel, und das, ebenfallsVeilchenaroma besitzende isomere künstliche Ionon, ein werthvoller Riechstoff. Iononwird gewonnen, indem man zunächst durch Condensation von Citral und Aceton Pseudo-ionon, C 18 H 20 O, herstellt und durch Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäure in Iononumlagert (B. 26, 2699; 27, R. 319 u. 7G8.)