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2 (1894) Botanik, Pharmakognosie, spezielle Pharmazie
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Vermehrung und Fortpflanzung.

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Kg. 117.

Thallusstück von Vaucheria mit

Oogonium o und Antheridio a, welches

die Spermatozoidon s entläfst.

hi

Bei sehr vielen Pflanzen sind die beiden Geschlechtszellen an Form,Grül'se und Beweglichkeit verschieden, auch werden sie in verschiedenenOrganen gebildet. Die viel gröfsere, unbewegliche weibliche Zelle, Eizelle,

Oosphäre oder Ei genannt, ist. ...

meist von kugeliger oder eiför- m

miger Gestalt. Die männlichenZellen, Spermatozoidon,sind viel kleiner, sehr beweg-lich und haben eine mannig-fache Gestalt, oft sind sie läng-lich, oft stäbchenförmig, oftgewunden u. s. w.; an ihrerSpitze tragen sie zwei, seltenvier oder mehrere Wimpern,Cilicn, als Bewegungsorgane.Das weibliche Organ, in welchem die Eier (einzeln,selten zu mehreren) gebildet werden, heilst Oogonium,wenn es für sich die Mutterzelle darstellt, Archegonium,wenn es als ein höher entwickeltes Organ die Matterzelleeinschliefst. Das männliche, die Spermatozoiden erzeugendeOrgan heilst Antheridium.

Die sich vom männlichen Organ trennenden Zellensuchen die weiblichen auf; die Befruchtung erfolgt durchmaterielle Vereinigung der Spermatozoiden mit dem Proto-plasma der Eizelle, wozu die Aufnahme eines einzigenSpermatozoiden genügt. Das Produkt dieser Vereinigung £heifst Oospore.

Das erste Jugendstadium sowohl der entwickeltenZygospore als Oospore wird als Keim oder Embryobezeichnet.

Es kommt auch vor, dafs das Ergebnis der geschlecht-lichen Fortpflanzung ein Individuum ist, welches nicht die I,U n 1 a X 1 M'lnXng, Ica 'Sexualorgane trägt, sondern Sporen, deren iode sich aber h Hais, b Bauch mit

O ' J der lazello o.

zu einer die Geschlechtsorgane tragenden Pflanze ent- (Vergr. 650Mai,wickelt, Der Prozefs der Fortpflanzung spielt sich also in uaoh Saohs °zwei aufeinanderfolgenden Abschnitten ab, deren jeder eine Generationbezeichnet. Diesen Entwickelungsvorgang nennt man Generationswechsel.Er findet sich z. B. bei den Moosen und Farnkräutern. Aufserdem tretenauch noch bei den Euthallophyten Sporen auf, welche den Entwickelungs-gang der einzelnen Pflanzen dadurch erweitern, dafs sie sich ähnlich dervegetativen Vermehrung von der Pflanze ablösen und die Bildung einesneuen Individuums einleiten, ohne dafs Generationswechsel einzutretenbraucht. Diese Sporen sind Gonidien oder Brutzellen.

Bei den Phanerogamen, den höher entwickelten, sogen. Blütenpflan-zen, tritt an die Stelle der die Befruchtung vollziehenden Spermatozoidender Pollenschlauch, welcher seinen protoplasmatischen Inhalt in dieEizelle übertreten läfst.

Bei den höheren Pflanzen mit geschlechtlicher Fortpflanzung könnendie Sexualorgane in derselben Blüte zusammensitzen, solche heifsen Zwit-

Oogonium,Arche-gonium.

An-theridium.

Archegonium von

Generations-wechsel.