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2 (1894) Botanik, Pharmakognosie, spezielle Pharmazie
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Der Sprofs.

über die Erde hinkriechen und entweder in ihren Knoten oder an derSpitze Wurzeln treiben und dort vollständig selbständige Pflanzen ent-wickeln, sie heifsen dann Ausläufer, wie bei der Erdbeere.

Der Dauer nach sind die Stengel entweder einjährig 0, zwei-jährig Q oder ausdauernd, perennierend %.

§ 7. Arten der Stämme.

Nach der Stärke bezeichnet man die Arten der

.,. , . . Stämme.

Hauptaxe als Baumstamm, wenn dieser einen bis zu einer gewissenHöhe unverästelten Stamm besitzt -- einen speziellen Fall bilden die Pal-men, welche fast immer unverästelt in die Höhe steigen und an der Spitzeeinen Blätterbüschel tragen, als Strauch, wenn die Verästelung schonam Boden beginnt, als Kraut, wenn der Stengel nicht verholzt und saftigbleibt und im Herbst abstirbt, als Schaft, der einem "Wurzelstock ent-springt und nur Blüten trägt, wie beim Kalmus, endlich als Halm, wenner durch verdickte Knoten in Glieder abgeteilt ist, wie bei den Gräsern.

Nach seiner Gestalt kann der Stamm sein kegelförmig oder stiel-rund, wie bei allen unsern Bäumen, flachgedrückt, kugelig, wie beiverschiedenen Cacteen, dreikantig, wie bei Viola tricolor, vierkantig,wie bei den Labiaten, fünf kantig, bei Euphorbia.

In Betreff seiner Richtung unterscheidet, man den Stamm als auf-recht, bei den meisten Gewächsen, hängend, liegend oder gestreckt;kriechend ist er, wenn er auf der Erde hingestreckt wächst und dannoft an der Unterseite Wurzeln treibt, kletternd beim Epheu, windendbei den Convolvulaceen und zwar rechts und links windend, flutendbei den Wassergewächsen.

Wenn der Stamm rings um seine Längsaxe gleich gebaut ist, sodafs ein Unterschied der verschiedenen Seiten nicht zu erkennen ist,dann heilst er multilateral; er kann dann durch mehrere axilläre Längs-schnitte in sieh stets gleiche Hälften geteilt werden. Ist der Stamm anzwei Seiten, rechts und links, gleich, dagegen an den andern Seiten ver-schieden gebaut, so heilst er bilateral, z. B.der Zweig der Ulme, an dem die Blätter inzwei Zeilen rechts und links stehen; er kanndurch einen Schnitt in zwei vollständig gleicheHälften geteilt werden.

Die bilateralen Stämme sind meist auchdorsiventral, d. h. zwei einander gegenüber-liegende Seiten, der Rücken und der Bauch,sind deutlich voneinander verschieden, die bei-den Hälften, die rechte und linke Seite, da-gegen einander vollkommen gleich, z. B. einZweig von Thuja.

2. Der unterirdische Stengel kann vor- ^'-'"isehiedenartig gestaltet sein; man unterscheidet:a. den Wurzelstock (Rhizoma), einen unter

i ,,-, .... n t -r-< -i -i i i i en Wurzelstock von Convallaria maialis.

der Oberfläche der Erde hinkriechenden Stamm,

welcher aus Seitenknospen oberirdische Zweige treibt. Seine Stammnaturwird durch unentwickelte, schuppenförmig gebliebene Blätter angezeigt(Kg- 3).

Fig. 3.

Wurzel-stock.