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seiner Nähe sowol, wie auf Reisen erworben hat und ist ihm da-für der pharniaceutische Stand zu Dank verpflichtet. *)
Jul. Ed. Heugel, geb. 1804, gest. 1868, Bruder des C. A.Heugel, erlernte 1819—24 die Pharmacie in Memel, conditionirtein Memel, Riga und Königsberg, Fellin, machte 1831 sein Provi-sorexamen in Dorpat, übernahm 1840 die Apotheke in Tauroggen.H. war ein ausgezeichneter Apotheker, dem namentlich die prac-tische Pharmacie manche hübsche Arbeit verdankt, die er meistin der Russ. Zeitschrift für Pharmacie niederlegte.
Louis Clamor Marquart, geb. den 29. März 1804 zu Osna-brück , erlernte die Pharmacie, zu der er aus Neigung griff, beimApotheker Baunes in Osnabrück, an welchem er einen wissen-schaftlich gebildeten Lehrer fand. Nach öjähriger Lehrzeit condi-tionirte er in Cöln bei Sehlmeyer, ebenfalls einem tüchtigen Prin-cipale, dann bei Blind in Bonn, wo Verfasser dieses Werkchensmit ihm innig befreundet wurde (1831—32), welche Freundschaftauf gegenseitiger wissenschaftlicher Fortbildung ^basirte, wobei wirbeide durch Fr. Nees v. Esenbeck die freundlichste Anregung fan-den. Ende des Jahres 1832 legte M. in Coblenz das Staatsexamenab — ohne einen eigentlich academischen Cursus gemacht zu ha-ben. Von Ostern 1835—37 führte M., nachdem er eine Disser-tation über die Farben der Blüthen geschrieben, wofür er in Hei-delberg die Doctorwürde (1835) erwarb, mit Nees v. Esenbeckmehre pharm, ehem. Arbeiten aus und bearbeitete auf LiebigsWunsch die Zoologie und Mineralogie für die 2. Auflage von Gei-gers Handbuch der Pharmacie. Im Jahre 1837 übernahm M. dieVerwaltung der Kellerschen Apotheke in Bonn und gründete einpharm. Institut.
Im Jahre 1845 — als ihm bei der Concurrenz um eine Con-cession zur Anlegung einer Apotheke ein junger Mann, der imExamen No. 3 erhalten hatte, vorgezogen wurde — verliess M.die Pharmacie und errichtete in Bonn eine Fabrik pharm.-chem.Präparate, die er zu grossem Rufe gebracht hat und die nochheutigen Tages unter Direction zweier seiner Söhne besteht.
Im Jahre 1842 schrieb M. ein vortreffliches Lehrbuch derPharmacie in 2 Bänden, 2. Auflage von H. Ludwig und Halber1868. Noch nachdem M. die Pharmacie aufgegeben, wurde erm die Prüfungscommission für Apotheker in Bonn gewählt.
An M. haben wir wieder ein Beispiel, dass man mit nichtVollendetem Gymnasialcursus, bei einem tüchtigen Principale, na-türlich aber durch eigenen Fleiss, auch ohne langes Besuchen der
*) Ich kann nicht umhin hiebei einen Ausspruch des Herrn Poggiale,ln einer, in der Bunzlauer pharm. Zeitung (No. 83, 1873) angeführten Rede,die. Militair-Pharmacie in Frankreich betreffend, hier anzuführen, derselbesagt:
Um verantwortlich als (Militair-) Arzt zu sein, muss man die Controleauszuüben verstehen, wozu der Militair-Arzt nicht fähig ist. Man setzt" a yen und Parmentier Statuen — aber ihre Stelle besetzt man mit unterge-ordneten Leuten. — Per Grund dieses Vorgehens ist Herschsucht!