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VI. Aerzte des 11. und 12. Jahrhunderts.
üonstanlin von Karthago, auch C. von Afrika genannt, wurdein der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts in Karthago gehören.Er hatte als Arzt grossen Ruhm, bereiste Aegypten, Asien bisnach Indien, kehrte dann reich an gesammelten Schätzen desGelehrsamkeit nach Karthago zurück, musste jedoch sehr bald vonda wieder flüchten, wandte sich nach Salerno, einer reichen Stadtim Königreiche Sicilien, wo er als Lehrer zu hohem Rufe ge-langte, trat hierauf in den Benedictinerorden und siedelte alsMönch in die Abtei von Monte Cassino über, wo er bis zu seinemTode 1037 blieb. C. Verdienst war es, die Gelehrten von Salernomit den medicinischen Schriften der Araber bekaunt zu machen,welche er in Monte Cassino in das Lateinische übersezte; so z.B.von Isac Judaeus und Hali Abas, auch Galcns und HippokratesWerke übersetzte er. Es ist ferner seinem Verdienste zuzurechnen,dass in Salerno die erste Apotheke in Europa errichtet wurde.
Nicolaus Präposilus lebte im Anfange des 12. Jahrhunderts alsVorstand der Schule von Salerno, schrieb ein Arzneibuch fürAerzte, Antidotarium genannt, das mehre Jahrhunderte in grossemAnsehen stand.
Johannes und Mathäus Platearius, zu Ende des 12. Jahrhun-derts, beide Aerzte und Lehrer zu Salerno. Der erste ist derVater, der zweite der Sohn; letzterer schrieb ein Buch über dieeinfachen Arzneien.
Obgleich es in diesem wie im 13. und 1 L Jahrhunderte schoneinige Apotheker gab, so standen sie noch unter der Oberherr-schaft der Aerzte und wissen wir wenigstens von ihnen nichts alsFörderer der Pharmacie.
VII. Aertze und Naturforscher des 13. und 14. Jahr-hunderts.
Mehre Jahrhunderte hindurch sehen wir immer nur Aerzteals Förderer der Pharmacie auftreten, obgleich zu dieser Zeit inItalien, Frankreich und Deutschland schon Apotheker existirten.
Die Physik, Chemie und Naturbeschreibung aber wurden vonden Männern der Kirche gefordert, Es schien, als ob die Medicin,Pharmacie und Naturwissenschaften sich ganz in die Klösterflüchten wollten, was wol seine Erklärung darin fand, dass dieauf Pergament geschriebenen Schätze der Gelehrsamkeit sich inden Klöstern vorfanden und den Laien unerreichbar waren.