143
führt den TiteL: Letztes Testament, gedruckt 1626. Im erstenWerke findet sich vieles für den Chemiker Interessante überAntimon zusammengestellt. — Letztes behandelt die Naturge-schichte, Chemie, Physik, Technologie der Metalle und Salze, jaselbst auch medicimsches.
Es ist nicht unwahrscheinlich, dass zwei Schriftsteller denNamen B. V. geführt haben. Das Buch de rebus naturalibus istin Deutscher Sprache geschrieben und legt Zeugniss von grossemI'leisse und Kenntnissen des Verfassers ab, der es nicht alleinverstand, gleich der Biene Honig aus jeder Blume zu saugen,indem er aus alten und neuen Schriften das Wichtigste zu sam-meln und zu verarbeiten wusste, sondern auch genau beobachtete.
Bei chemischen Vorgängen kann er sich jedoch nicht vomschwülstigen Style seiner Zeit losmachen, obgleich er in der Be-schreibung von Naturalien höchst klar ist. Auf Aerzte und Apo-theker ist B. V. jedoch nicht gut zu sprechen und kanzelt sie imTriumphwagen des Antimons gründlich ab (siehe darüber PhillipsGeschichte der Apotheker, S. 413).
IX. Aerzte und Naturforscher des 16. Jahrhunderts.
a) Aerzte.
Philippus Auriolus Bombastus Theophrastus Paracelsus abHohenheim wurde zu Einsiedeln in der Nähe von Zürich 1493geboren und starb in Strasburg 1541, Arzt und Chemiker, Grün-der der Jatrochemie (siehe 1. Abth.). Im Jahre 1502 zog P. nahseinen Eltern nach Villach in Kämt hon, wo sein Vater Arzt war.Im 16. Jahre besuchte P. die Universität Basel, nahm dannUnterricht beim Abt Joh. Trithemius und im Laboratorium derreichen Eugger in Tyrol. Nach lOjähriger Reise in verschiedeneLänder kam er 1527 nach Deutschland, nahm dann die.Professur derMedicin und Chemie in Basel an. Sein gerader und offener Charac-ter, namentlich aber seine Derbheit, mit welcher er die Gebre-chen der Aerzte seiner Zeit teilen wollte (z. B. die Verträge derAerzte mit den Apothekern), ferner ein Streit mit dem Dom-herrn von Lichtenfels, bewogen ihn Basel zu verlassen und nachDeutschland zurückzukehren, wo er sich bis zu seinem Tode anverschiedenen Orten aufhielt. Vielleicht mehr seines derben alsverderbten Characters halber ist der Reformator von Einsiedelnoft von den Zeitgenossen verunglimpft worden, er ist ein Character,auf welchen man eines spätem Dichters Worte anwenden kann:»Der nur vielleicht zu eigensinnig, gegen Sturm und Fluthenrang." Wahr ist es, dass er sich zuletzt dem Trünke ergebenhatte und wird gerade diese Leidenschaft als Ursache seines frü-hen Todes angegeben. Seine Herzensredlichkeit, Frömmigkeit unddie hohe Begeisterung für Menschenwohl waren Tugenden, die