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Siebentes Kapitel.
Von der Erkenntniss der Krankheit.
W enn wir von der Erkenntniss der Krankheit sprechen, somüssen wir uns zuerst möglichst deutlich denken, was wireigentlich erkennen wollen, denn das Wort Krankheit hateine mehrfache Bedeutung. Häufig wird darunter bloss Krank-heitsform verstanden, das heisst im schulrechten Sinne, eineGruppe von Zufällen, der, während eines gewissen Zeitab-schnittes, die Mehrzahl der Acrzte einen besonderen griechischenoder lateinischen Namen gegeben. Die Erkenntniss diesernosologischen Form, die, weil sie keinen Nutzen für die Praxishat, von mir in diesem praktischen Buche nicht kann beachtetwerden, ist, wenn man bloss einen einzigen Originalschrift-steller darüber gelesen und diesen als den wahren Formenbe-stimmer ansichet, kinderleicht. Hat man aber mehre Original-schriftsteller gelesen, das heisst, solche, welche die Krankheitennicht nach Büchern beschreiben, sondern so, wie es ihnenselbst in der Natur vorgekommen, dann wird einem die Er-kenntniss der Form nicht selten sehr schwer, ja wol gar un-möglich, weil nämlich die Schriftsteller in ihren Beschreibungennicht übereinstimmen.
Da ich auf der Hochschule zu Jena die Medizin erlernthatte, von der Fakultät examinirt war, nun nach alter ModeDoktor werden sollte, mithin eine Inauguraldissertation schreibenmusste, kam es mir doch gar zu närrisch vor, dass ich, der
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