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jung und dumm, nicht die geringste ärztliche Erfahrung halle,üher einen Gegenstand des Erfahrungswissens auch nur einpaar Bogen schreiben sollte; ich halle ja alles aus anderenSchriftstellern bar abschreiben müssen. Ich verfassle also einesemiologisch- kritische Dissertation über den vermeintlichenUnterschied des Rheumatismus und der Gicht. Die Angabender Zufälle beider Krankheitsformen, die ich in verschiedenenSchriftstellern gefunden, halten mich nämlich auf den Gedankengebracht, dass bei der Vergleichung mehrer guten Schriftstellervielleicht kein einziger Zufall überbleiben möchte, den man alsunterscheidenden ansehen könne. Da nun C. W. Hufeland(damahls Professor in Jena und mein praktischer Meister) mirmehre gute Bücher zu diesem Zwecke borgte, so sah ich bald,dass ich mich in meiner Vermuthung nicht getäuscht halte;es blieb wirklich kein einziger Zufall über, den man als einenunterscheidenden hätte aufstellen können. Später habe ichnun in Zeitschriften ähnliche semiologisch -kritische Abhandlun-gen über andere Krankheitsformen gefunden, und sie dientenmir jedesmahl zu einer wahrhaften Ergelzung. Die Sage gehetnämlich, jeder Mensch müsse Einmahl in seinem Leben, dereine früher, der andere später, in Narrheit und Aberwitz ver-strickt sein: so oft ich also eine solche Abhandlung las, freuteich mich herzlich, dass ich schon in meiner Jugend als Docloran-dus diese Verstandeskranklicit überstanden halte. Verstandes-krank, oder zum mindesten verstandesschwach muss man wahr-haftig sein, wenn man sich mit einer solchen Kritik befasst,nicht begreifend, dass man bloss ein nichtiges Schaltenbildmustert, welches, in unbestimmten, verflossenen Umrissen ausdem Gehirn des vielköpfigen Ungelhüms Literatur geboren,doch unmöglich, gleich der aus dem Gehirn des einköpfigenZeus geborenen Pallas, der Wahrheit und Weisheit Offen-barung sein kann.
Auf die Frage, die mir meine Leser vorlegen könnten,ob ich denn wirklich alle Formenerkenntniss als nutzlos für diePraxis verwerfe? antworte ich bestimmt: nein, so unweisebin ich eben nicht. Ich verwerfe bloss die sogenanntennosologischen Formen als solche, welche, aus der ur-, javorgeschichtlichen Zeil der Medizin herstammend, von roher