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IV 7 . Pharmakognosie.
Ipecacuanha augegeben. Ferner ist die Wurzel von Polygala alba Nutall(weifse oder falsche Senega) iu den Handel gekommen, welche haupt-sächlich in Kansas und Missouri gesammelt zu werden scheint, übrigensin Nordamerika sehr verbreitet ist. Die Wurzel enthält nach Reutersowohl Saponin als Salicylsäureester. Eine Probe der Wurzel, welcheich der Freundlichkeit des Herrn Dr. Fr. Hoffmann in New-York ver-danke, und welche im allgemeinen der echten Wurzel sehr ähnlich sieht,unterscheidet sich zuerst einfach von der echten Senega dadurch, dafs ihrder scharfe Geschmack der letzteren völlig abgeht. Der Ätherauszug derfalschen Drogen zeigte starke blaue Fluorescenz, welche dem Auszugeder echten Droge fehlt. Die Probe auf Salicylsäure gelaug mit derfalschen Senega, lieferte aber eine nur in ganz dicken Schichten erkennbare,leicht zu übersehende, äufserst geringe Violettfärbung, während echteSenega eine tief violette Färbung gab. Kielbildung ist an den mir vor-liegenden Exemplaren nicht vorhanden; jeder Querschnitt der Wurzelzeigt also normalen Bau. Die Rinde ist im Verhältnis zum Holze vieldünner als die der Wurzel von Polygala Senega. Das Holz ist weifs,nicht gelblich wie bei der echten Senega, hart, schwer mit dem Messerschneidbar und durch eine sehr deutliche Jahresringbildung ausgezeichnet,welche bei Lupenbetrachtung leicht erkannt werden kann. Breitere, dichte,scharf begrenzte Zonen wechseln mit, durch die weiten Gefäfse grob poröserscheinenden, schmäleren Gewebezonen regelmäfsig ab. Das relativweiche Holz der echten Senega ist viel gleichmäfsiger porös, und dieJahresringe erscheinen nicht so scharf begrenzt. Ferner sind die beimikroskopischer Betrachtung dünner Schnitte scharf hervortretenden,regelmäfsig angeordneten, eine Zelllage breiten Markstrahlen ein gutesUnterscheidungsmerkmal.
Chemie: Als wirksamer Stoff der Senegawurzel wird das Senegin(Polygalasäure), ein wahrscheinlich noch mit anderen Stoffen verunreinigtesSaponin, angesehen, welches vorzüglich in der Rinde seinen Sitz lud.Aufserdem findet sich in der Droge etwa 6 % fettes Öl und etwa 0,15Salicylsäuremethylester, neben kleinen Mengen eines Baldriansäureesters.Nach langem Lagern der Droge schwindet nach und nach der Salicyl-säuremethylester, so dafs ein kräftiger Geruch der Wurzel ein Zeichenfür frische Droge ist. Wird 5 g frische Senegawurzel mit 30 g Äther1 Stunde macerirt, hierauf der Auszug in ein Becherglas filtriert, iuwelchem sich 20 ccm Wasser von 40—50° C. befindet, und nach dem Ver-dunsten des Äthers ein Tropfen verdünnter Eisenchloridlösung zugefügt,so entsteht eine violett-blaue Färbung der wässrigen Flüssigkeit.
OeschicJde: Die Senegawurzel ist nach einem Indianerstamm, denSeneca-Indianern, benannt; sie wurde von den Indianern allgemein gegenSehlangenbifs angewandt. Durch John Tennent in Philadelphia zuerstin die Arzeneiwissenschaft eingeführt, ist sie seit der Mitte des vorigenJahrhunderts in Europa verwendet worden.