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1 (1891)
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III. Allgemeine Anatomie.

Fig. 35.Leukoplasten (l>) aus dem Rhizome von Criagermanica mit daran wachsenden Stärke-körnern w, m und d.

tophoren. Die letzteren nämlich liefern dem wachsenden Korne dieStärkesubstanz, aus welcher das Korn aufgebaut ist. Liegt deshalb einKorn im Centrum eines Chromatophors, so wächst es allseitig gleichförmig,indem die Lamellen gleichartig auf allen Seiten angelagert werden; esentsteht also dann ein rundes, centrisch geschichtetes Korn (Fig. 36, 1 u. 2);

bildet es sich dagegen seitlich an einemChromatophoren, wie die in Fig. 35dargestellten Körner, so wächst es rweil ihm das Chromatophor dort mehrStärkesubstanz zuführt, an der demChromatophor anliegenden Seite stär-ker, und es entsteht ein excentrischgeschichtetes, gestrecktes Korn(Fig. 35 und 36, s ).

Wachsen mehrere Körner ineinem Chromatophoren, so kommt esvor, dafs sie alle annähernd gleichstark wachsen und, sich einander bis zur Berührung nähernd, durchgegenseitige Wachstumshemmung abplatten. Dann entstehen Körner, wieFig. 36 9 und s , die aus nur lose aneinander haftenden, völlig selbständigenEinzelkörnern (oft Teilkörner genannt) bestehen. Die Gesamtheit solcherKörner nennt man dann ein zusammengesetztes Korn. Nicht seltenmacht die Masse des Chromatophoren selbst einen nicht unbedeutendenTeil solcher sogenannten zusammengesetzten Körner aus, wie bei den zu-sammengesetzten Stärkekörnern des Endosperms vieler Caryophyllen z. ß.der Kornrade, der Melandriumarten, bei welchen die Einzelkörner äufserstklein sind. Es ist ein solches zusammengesetztes Stärkekorn dann besserals ein mit Stärkekömern dicht erfüllter Chromatophor zu bezeichnen.

Wachsen mehrere Körner in oder an einem Chromatophor, so kannferner der Fall eintreten, dafs zwei oder mehrere zu einem „zusammen-gesetzten" Korne gewordene, also bis zur Berührung herangewachseneEinzelkörner weiter von Stärkelamellen gemeinsam umschlossen werden.So entstehen dann sogenannte halb zusammengesetzte Stärkekörner(Fig. 36, « und 7 ).

Den ältesten Teil jedes einfachen Kornes oder jedes ursprünglich ein-zelnen Kornes der halb zusammengesetzten Körner, welcher also stets dvnorganischen Mittelpunkt des Kornes bildet, nennt man gewöhnlich denKernpunkt, Kern, oder den Nabel des Kornes. Beim Trocknen oder beigeringer Quellung des Kornes tritt im Kernpunkt oft Zerreifsung derStärkesubstanz ein, so dafs dann dort eine Höhle entstellt, welche, wennsie Luft enthält, unter dem Mikroskope schwarz erscheint.

Die Stärkekörner haben die Eigenschaft, sich mit verdünnter Jod-jodkaliumlösung blau oder violett (selten rot) zu färben. In verschiedenenReagentieu, z. B. heifsem Wasser, kalter Kalilauge oder Chloralhydrat-lösung von genügender Stärke quellen sie auf; konzentrierte Salzsäure löst