S 1. Allgemeines über die iinfseren Organe der Phanerogamen.
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meisten unter allen Blattorganen abweichen. Was man unter den ver-schiedenen Bezeichnungen der Laubblätter -Umwandlungen zu verstehenhat, ist kurz folgendes:
a) Normale Keimblätter (Kotyledonen) sind die schon im Samenrelativ weit entwickelten ersten Blattorgane der Pflanze, welche entwederselbst als Reservestoffbehälter für die junge Pflanze dienen oder als Saug-organe ausgebildet sind, welche die Nährstoffe des Endosperms aufnehmen,übrigens sehr verschiedene Gestalt und Anatomie aufweisen können (z. B.das Scutellum der Gräser), ß) Niederblätter werden die meist schuppen-förmigen, farblosen oder braunen, seltener grünen Blattorgane genannt,welche häufig zwischen den Keimblättern und den Laubblättern an derersten Achse der Pflanzen ausgebildet siud, oder auch au Zweigen derersten Achse der Pflanze unterhalb der Laubblätter. Niederblätter sindhäufig ganz rudimentäre, funktionslose Blattorgane, z. B. die Scheiden-blätter an den Rhizomen von Curcuma, oder sie sind Schutzorgane fürjunge Organe der Pflanze, so z. B. die Schuppenblätter der Knospeder Rofskastanie (siehe Fig. 13, s s) oder die Schuppenblätter der Laub-knospen von Gentiana lutea, oder auch Reservestoffbehälter, wo siedann fleischig werden, z. B. die fleischigen Schuppenblätter von Dentariadigitata L. y) Hochblätter werden die den Niederblättern morphologischund anatomisch ähnlichen, jedoch fast immer grün oder auch krouenblatt-ähulich gefärbten Blattorgane genannt, welche zwischen der Laubblatt-region und den Blüten der Pflanzen eingeschaltet sind. Sie dienen alsSchutzorgane der Blüten, teilweise auch zur Erhöhung der Auffälligkeitdes Blütenstandes und dadurch zur Anlockung befruchtender Insekten.Hochblätter sind auch die Spathae der Araceen etc., die Paleae der Gra-mineen und Cyperaceen. Als Involukrum bezeichnet man eine dichte Zu-sammenstellung von Hochblättern unter der Blüte oder dem Blütenstande.Die Hochblätter erfahren häufig auch besondere Umgestaltungen zu Honig-apparaten (Nektarien der Marcgravieen), zu Plugapparaten (Tilia, Carpinusu. s. w.) d) Als Perigon-, Kelch- und Kronenblätter bezeichnet mandie Blattorgane der Blüte, welche die Staubblätter und Carpelle umhüllen.Besteht die Blütenhülle aus gleichartigen Blättern, so nennt man dieBlätter Perigonblätter, besteht sie aus zwei verschiedenartigen Blatt-organen, so nennt man die äufseren Kelchblätter, die inneren Kronen-blätter, e) Die Staubblätter sind die Blattorgane, in welchen die Pollen-körner entstehen. £) Die Fruchtblätter (Carpelle) sind die oberhalbder Staubblätter an der Achse stehenden Blattorgane, welche sich amAufbaue des Perikarps beteiligen und meist die Samenknospen tragen.
Andere Umgestaltungen der Laubblätter. Anfser den hierals Blätter zusammengefafsten Umgestaltungen des Laubblattes finden sich,allerdings viel seltener, auch noch andere. So kann sich z. B. die Blatt-anlage ganz oder teilweise zu einer Ranke umgestalten (Lathyrus Aphaca),ferner zu einem Dorn (Berberis vulgaris). Auch die Kannen von Nepenthes
Arthur Meyer, Wissenschaftliche Drogenktmd«. *J