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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
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einer 0,5% Lösung wird der Zellkern der Spirogyren bereits binneneiner Stunde verändert, theils verquillt er, theils wird er contrahirt,bald darauf beginnen Verquellungserscheinungen des Chlorophyll-körpers.

Auf niedere Pilze übt Fluornatrium eine hemmende Wirkungnoch bei grosser Verdünnung aus. Nach Effront wirkt selbstnoch 0,001 % die Gärthätigkeit der Milchsäurebacillen entgegen.Freie Fluorwasserstoffsäure wirkt 10—20mal stärker als Chlor-wasserstoffsäure. 1 ) Nach Trudeau tötet sie bei 1:1600 Tuberkel-bacillen. Die fäulnisswidrige Kraft des Na Fl wurde von Tappeinerbeobachtet; meine Versuche mit 0,1 °/oo Lösungen ergaben dasgleiche Resultat.

Weniger empfindlich ist die Sprosshefe, indem 5,5 mg KF1.auf 100 cc. Zuckerlösung sogar förderlich auf die Gärung wirken;erst grössere Mengen wirken hemmend, diese Wirkung wird aberbei Anwesenheit von Kalksalzen abgeschwächt, offenbar weil dasschwerer lösliche Fluorcalcium sich bildet. 2 ) Die giftige Wirkungdes Fluornatriums kann nicht etwa in einer Kalkentziehung zu suchensein, denn sonst müssten neutrale Oxalate ebenfalls giftig auf Spalt-pilze wirken, was nicht der Fall ist. (Siehe Cap. VII Giftwirkung derOxalate.)

Ueber die Giftwirkung der Kieselfluoride sind die Meinungennoch getheilt. Nach Faktor 3 ) ist das Kieselfluorammonium einstarkes Gift für Thiere, nach Viguerat 4 Kieselfluornatrium nurein schwaches. Nach letzterem ist Kieselfluornatrium nur schwach,nach Thomson aber stark antiseptisch, 5 ) mit welch' letzterem auchB e r e n s übereinstimmt. 6 )

1 ) Bull. Soc. Chim. IV, 337.

2 ) Effront, Ibid. V, 476.8 ) Chem. C. 1889 I.

") C. Bkt, 5, 584; Ch. C. 1889 II.5 ) Chem. News 56, 132.") Chem. C. 1889. I. 226.