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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
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»Die Chlorophyllträger stellen die empfindlichsten Organe der Euglenedar, welche immer zuerst unter der Ungunst äusserer Umständeleiden;« »sie sterben beim Erwärmen auf 42—45 ° am frühesten vonallen Organen«.

Quecksilberdämpfe schädigen nach Jodin (1887) zuerst dieChlorophyllfunction, ebenso verdünnter Aetherdunst. Ohne Zweifelist da, wo die Organisation am labilsten ist, in der Regel auch dieLeistungsfähigkeit am bedeutendsten oder die Art der Arbeit einebesonders schwierige (Ganglienzellen, Chlorophyllkörper), aber auchdie Empfindlichkeit am grössten; der Zusammenhang wird bei einiger

Ueberlegung Jedem leicht klar werden.

Schwierigere

Arbeit er-

fordert gesteigerte Kräfte, weitere, intensivere Schwingungen; jeintensiver aber die Schwingungen, desto leichter findet aber auchUmlagerung labiler Molecule statt. Erwärmtes Plasma arbeitetintensiver, ist aber auch der Lebensgränze näher. Es ist klar, dassein bis zu einem gewissen Grade erwärmtes Protoplasma weit em-pfindlicher wird, da die Labilität bis nahe zu dem Punct zunimmt,wo plötzliche Umlagerung im labilen Eiweiss, der Tod, erfolgt.Die Versuche von Richet (1887) an Fischen und an Mikro-organismen bei Einfluss von Giften sind in dieser Beziehung sehrlehrreich. Eine Sprocentige Carbolsäure tötete gewisse Spaltpilz-arten bei 18 ° nach 24 Stunden, bei 36° aber schon nach 6—8 Stunden.Weit bedeutender und weit interessanter als die Unterschiede inder Resistenzfähigkeit gegenüber obengenannten schädlichen Ein-flüssen sind diejenigen gegenüber Giften. Giftwirkung ist be-kanntlich ein sehr relativer Begriff; Gifte können bei weitgetriebenerVerdünnung sogar zum Nährstoff werden, so z. B. für BacterienPhenol 1 ), Essigäther und Aethyläther 2 ); ein Körper, der in die Blut-bahn injicirt giftig wirkt, kann möglicherweise wirkungslos sein,wenn per os dargeboten. Die höheren Fettsäuren, welche alsGlyceride wichtige Nährstoffe darstellen, wirken, als Natriumsalze indie Blutbahn injicirt, stark giftig (Munk). Die Giftwirkung wird oftmodificirt durch äussere Einflüsse, nicht nur durch die Temperatur,wie erwähnt, sondern auch z. B. durch den Luftzutritt bei ver-schiedenen Spaltpilzarten, es kann hier unter Umständen das

') Nägeli, Ber. Bayr. Ak. d.W. 1879, S. 313.2 ) Loew, Biol. C. X, 585.