Druckschrift 
Briefe an Lina
Entstehung
Seite
91
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Dreizehnter Brief. 9;

wie ich gerne mein Vrod mitthcile. Zu furchtsamoder zu bescheiden/ meine Gedanken in einem ernst-haften Gewand erscheinen zu lassen, von meinerEigenliebe überrcdt, daß ich nützen könnte, über,zeugt, daß junge Leute denjenigen die ihnen Ver,gnügen dachieten, gerne zuhören, schrieb ich fürSöhne und Töchter meines Standes eine Samm.lung schöner edler Bilder, wovon viele der Abdruckschätzbarer Personen sind, die ich kenne, viele auchGeschöpfe meiner Seele. Du weist, Lina! daßes gewöhnlich ist, zu sagen: — an der Stelle dieserPerson hätte ich das getha». — Nun, meine Liebe!setzte ich mich in verschiedene, mir bekannte Um»stände von andern, und handelte mit meiner Febernach meiner Einsicht und Neigung, wie cs michmöglich und schön dünkte: Und so wuchsen Rosir.Üens Briefe bis zu krey Banden. Es war eingrosses Vergnügen für mich, als ich de» gütigenBeyfall meines geliebten Vaterlandes erhielt: Unddir, meine Lina! muß ich besonders sagen, daßgeistvolle und ädelgcsinnte Männer und Frauen-zimmer mir mit Entzücken für das Bild der Irren,scben Ratksfamilie dankten, worin» ich vier Mad,chen mahlte, die alle verdienen, meine Lina ihreSchwester zu nennen, und wovon niemand als der,ne Tante Mutter ftyn kan.

Nrm