Von der sündlichen Ausbreitung des göttl. Namens. Z2Z
§- r.
^?s ist eine herrliche Gabe GOtteS, däß wirMenschen das Vermögen haben, einanderunsere Gedanken durch die Sprache zu erklären:Und es sind die Zunge und die Gliedmassen die zurHerfürbringung der Rede das Ihrige beytragen,ein rechtes Meisterstück der göttlichen Allmacht.Wer also die Gabe der Sprache nicht als eine un-erkannte Wohlthat a) besitzen wil, der ist auchschuldig bey jeder Gelegenheit zu erkennen zu geben-was er vor eine erhabene Ehrfurcht gegen seinenSchöpfer im Herzen hege. Und wenn in der See-le ein lebendiges Erkenntniß von dem herrlichenGOtt eingedrücket, da ist es nicht wohl andersmöglich, als daß es in Wort und Thaten Hervor-breche. Denn wes das Herze voll, des gehet derMund auch über. Es wäre nur zur wünschen,daß die Menschen, welche die Zunge als ein schlan-kes Glied leicht bewegen und zu reden fleissig ge-brauchen , und in dem Umgang mit andern als einimmer sich bewegendes Räderwerk in Bewegungerhalten, ihre Sprache auch fleißiger zur Rede vonGOtt und göttlichen Dingen anwenden möchten:Und wenn ja darin die Pflicht beobachtet, so wä-re der WüNfch zu wiederholen, daß man in denReden voN GOtt, die auf seine Ehre abzielensollen, behutsam wäre, damit man seine Hoheit
X 2 Nicht
H Siehe von der Sprache, als einer unerkannten Wohl-that GOttes die Vt Betrachtung der unerkanntenwohlchatett GOrres, im I Thule, die von demsei. Senior Palm,nach dem Tode des erbaulichen Möwlies, zu Hamburg herauögegebrn worden.