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Johann Just Ebelings Past. zu St. Paul in Hildesheim Sünden Der Menschen, Die unter Dem Schein des Gottesdienstes begangen werden : In Ansehen Derer Tugenden und Pflichten die unmittelbahr auf Gott gehen
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Das dritte Capitel

den er siehec, wie kan er GOtt lieben, den er nichtsichet? i Ioh.IV.2v.

§. 6.

Wenn in der Seele eines Gläubigen die wahreLiebe zu GOtt ist; so lasset sie sich in Früchtendes wahren Gottesdienstes allenthalben blicken.Wo eine Flamme brennet, da giebet sie ihrenSchein und lastet sich nicht verborgen halten, da sieausbrechen kan. Das ist auch die Natur derwahren Liebe, die sich bey aller Gelegenheit durchGOtt wolgefällige Proben an den Tag leget.Einige sonst gutgesinnete Seelen fehlen hiebey, in-dem sie durch solche Zeichen ihre Liebe an den Taglegen, wie es der Höchste nicht verlanget. Damischet sich oft unvermerkt bey dem hitzigen Affectder Liebe ein fremd Feur der Natur mit unter,welche die reine Flamme des HErrn verdirbet.Petrus kan davon ein Beyfpiel feyn, als er seinSchwerdt zuckte und bey der Gefangennehmungdes Erlösers, des Hohenpriesters Knecht das Ohrverletzte. Joh. XVlll. io. Dem Ansehen nach, wol-le er seinen Meister retten, und ihm eilte Liebes-probe ablegen. Der Heiland verlangte dieselbenicht auf die Art, wie sie Petrus leisten wolle;und zeigte ihm seine Miöfalligkeit durch den Be-fehl, der ihm auflegte, das Schwerdt einzustecken.Vermuthlich war es dem muthigen Petrus wol mitum seine Ehre und Erhaltung seines Lebens zuthun. Er hatte gejagt : Er wolle mit JEsu inden Todt gehen. Das wil er beweisen. DieGe-fahr hatte ihn mit umringet: Und der gedenket

er