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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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den Rath ertheilt: Die Besatzungen von Ofen und Pest zusammenzuziehen und sich i,Fall der Noth nach Komorn zu werfen; Mertz S. 17.

230) S. 281. Genaueres über die ganze Komorner Leidensgeschichte in Mertz'oft berufener Rcchtfertignngsschrift. Mertz hatte sein Coininando an den OberstenFischer abtrete» wollen, der aber eigene Erkrankung vorschützte und gleichfalls um Ur-laub einschritt. Am 2S. September kam Obcrstlicutcnant Türök vom Ingenieur-Corpsin Komorn an, von Wien ans gesandt um an Stelle des nach Italien berufenen Obstl.von Schanroth die Local-Fortificationö Direktion zu übernehmen; an diesen als rangs-ältestcn Officier gab Mertz das Festnngs-Eouunando ab. Welchen Verlauf die Dingein Komorn weiter nahmen, ist uns von hier ab in's einzelne nicht bekannt. Mertzwurde, als nach der Zeit des Unverstandes und der kopflosen Verwirrung jene desGamaschen-Diensteö und der loyalen Uebereifernng kam, in kriegsgerichtliche Unter-suchung gezogen. Aber so stark waren die Beweise die er zu seiner Rechtfertigungvorbrachtc, daß ihn sowohl das Kriegs-als das militärische Appellations-Gericht schuldlosspräche»; erst von der obersten Instanz wurde erwegen Vernachlässigung der Pflichtals Festungs-Commandant" zum Verlust der Charge vcrurtheilt, nicht, wie er S. S mitRecht klagt, in Folge eines Vergehens noch viel weniger eines militärischen Ungehorsams,sondern als politisches Opfer. Der Kaiser bewilligte dem in treuem und gefahrvollemDienste ergraute» General ans Allerhöchster Gnade eine Pension von 3000 fl.

231) S. 281. Pcstcr Ztg. Nr. 8S9 vom 8. Februar 1849.

232) S. 282. Janotyckh Archiv III. S. 510 wo der Ortsgcmeinde Dömsöd,die ihre größte 828 Pfund schwere Glocke gespendet, ,,im'Namen des Vaterlandes derDank abgestattet wird", S. 552 f. das hochtrabende Dankschreiben Koffnth's ausähnlichem Anlasse an die Stadt Waitzen ic. Wo wir im Nächstfolgenden Nr. undS. citiren, ist immer diesesArchiv" gemeint.

233) S. 282. Schon am 31. Oktober hatte sich Graf Trauttmansdorss im Auf-träge Wessenberg's an das Berliner Cabinet mit der Bitte gewendetdie geeignetenAnordnungen zu treffen, damit die Waffcnsendnngen ans den preußischen Landen nachKrakan und Galizien hintangehalten werden mögen". Bülow antwortete mit Berufungauf die Weisungen, die man preußischcrseits schon im Angnst dem schlesischen Ober-Prä-sidium in dieser Richtung ertheilt habe. Gleich nach der Einnahme von Wien erhieltGeneral Cordon ans dem kaiserlichen Haupt-Quartier Befehl die im ungarischen Mi-nisterial-Gebäude vorhandenen Waffen in Beschlag zu nehmen; 15 äns Belgien eiu-getroffenc Gcwehrkisten wurden von Hofrath Bartalüber nachdrückliche Requisition"der Militär-Behörde ausgeliesert. Am 28. November machte Obrist von Horvüth An-zeige von Gewehrsendungen die ans Bestellung des Großhändlers Moriz Wodianerüber Ratibor nach Ungarn gehen sollten. Am selben Tage erging auf Anregung desKriegs-Ministeriums ein Befehl au das nieder-österreichische mährische und ga-lizischc Gencral-Commando, den an der ungarischen Gränze stehenden Truppen anfzu-tragen keine Tuch- und Kleidungs-Materialien nach Ungarn dnrchzulassen; die ungarischenDrcißigst-Aemtcr in Wien und Gödiug sollten von aller Verbindung mit dem unga-rischen Ministerium fcrngehalten werden. Ans Krakau kamen noch dis in den Deccmbcrhinein Berichte daß nach Ungarn bestimmte Gewehre und Zünder in Ratibor erlägen;einzelne Transporte wurden glücklich aufgcgriffen, in welcher Hinsicht auch das mährisch-schlesische General-Commando eine erfolgreiche Thätigkcit entfaltete. Das preußischeMinisterium verschärfte »in diese Zeit seine Befehle und ließ durch den schlesischen Ober-Präsidenten alle Laudräthe der betreffenden Gränzbezirke auwcisen dcn Verkehr nach Un-garn scharf in's Auge zu nehmen und dahin bestimmte Waffenscndungeu znrückzuhaltcn;