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200) S. 220. Lcvitschnigg I. S. 37 fand in Kossnth's Gesicht „jenen weh-müthig schmerzhaften Zug den Abergläubische allen jenen Menschen znznschreiben pflegendie eines gewaltsamen Todes sterben sollen". Zm geselligen Verkehr, so schildert ihnMar Schlesinger (Ans Ungarn S. 60), machte er gerzr, die Arme über den Rückenverschränkt, den aufmerksamen Zuhörer, ließ Andere ihre Meinungen anseinandersetzenund legte sich erst wenn Wortwechsel drohte in's Mittel: „seine Stimme war dann un-gemein melodiös, von rührend versöhnlichem Klang. In solchen Momenten ist er un-widerstehlich. So versöhnte er oft Feinde, so schuf er sich Freunde". Das war wohljene Gabe des „Fascinirens", vor deren gefährlichem Einfluß Kossnth's großer Gegnerseine politischen Freunde mehr als einmal gewarnt haben soll. . . „Die PortraitcKossnth's", heißt es bei Chownitz „Die wahre Lage Ungarns" S. 4, „sind im allge-meinen wohl getroffen, doch das Eigenthümliche seiner Züge habe ich nur bei zweienausgedrückt gefunden: bei einem Stahlstich der in Pest und bei der Prinzhofer'schenLithographie die in Wien erschien".
201) S. 251. Zur Geschichte des n»g. Freiheitökampfes S. 76 f. vgl. mit Sze-ne erc S. 40—42. Scho» im Jahre 1843 beißt cS in den „Croquis ans Ungarn"S. 93 von Kofsuth als Redner: „Die schöne kräftige Stimme agitirt mit pathetischenAccenten aus der festen Vcrschanznng seiner Dialektik heraus, er recitirt nicht, er impro-visirt, er wird immer wärmer und wärmer, er elektrisirt Herz und Nerven". Dannsagt Albert Hugo weiter, ähnlich wie Lcvitschnigg im I. 1850 (s. unsere Anm.197): „Kossnth gehört zu jenen großen Rednern die in jedem Stenographen einenTodfeind zählen, weil diese Reden ans dem Papier nie den Eindruck und Effect liervor-bringcn den sie in dem Mnndc des Redners übten". . . . Kossnth kam es übrigensnicht darauf an magyarisch zu reden; er sprach deutsch und lateinisch eben so fließendnnd gewandt; später in seinem Eril auch englisch; von Reden in französischer unditalienischer Sprache ist uns nichts bekannt. Alle Ungarn sind geborne Linguisten.
202) S. 252. F. R. Politische Charaktere S. 58. vgl. mit Ko lisch re. WienerBoten k. S. 100. Seine Schanspiclerkünste nahmen Viele für bare Münze. „Hat eranhaltend gesprochen so ist er gewöhnlich ganz erschöpft nnd begibt sich mehr wankendals gehend ans seinen Platz zurück, nnd ein einziger Blick in sein bleiches Antlitz ge-nügt um zu sehen daß dies keine Affectation sein kann" (Zur Geschichte rc. S. 77).Szemcre hingegen versichert S. 41 das gerade Gegentheil: Kossnth habe sich oft „alsKranker mit wankenden Füßen zur Tribüne hinführen" lassen „wo er sich daun wiederganz kräftig bewegte nnd, vielleicht durch die stürmischen Beifallszcichcn gestärkt, mitschnellen sichern Schritten ans seinen Platz znrückciltc".
203) S. 253. Wir meinen Bartholomäus Szemere der die Frage: warum erdie Charakterskizzc Kossnth's zu veröffentlichen befunden, S. 4 in dieser Weise beantwor-tet: „Der Grund hievon ist weil jene patriotische Schonung, mit der wir die unzähli-gen und in ihren Folgen fürchterlichen Fehler Kossnth's verschwiegen, was auch ich that,gar keinen Nutzen gewährte".
204) S. 253. „In diesem Punkte ging er so weit daß er die ihm (als Redactcurdes Pesti Hirlap) eingesandtcn vorzüglicheren Mannscripte in seinem Schreibpnlt liegenließ bis er das wesentlichste davon in seinen eigenen Artikeln veröffentlicht hatte, sodaß die später erscheinenden Abhandlungen nur als nachträgliche Erörterungen nndNachahmungen seiner früheren Vorschläge sich darsicllten"; Szemere S. 94.
205) S. 253. Hugo Croqniö S. 91.
206) S. 254. „Der Grnndfehlcr der Kossuth'schcn Politik", meint Szemere S.98, „bestand darin daß er als königlicher Minister revolntionair war nnd daß er dies