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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Stinidc, 2 Uhr morgens, von Ofen mit einer bittersüßen Antwort des Palatins znrnck-kchrtc, wurde die Sitznng geschloßcn. lieber diese öffentliche Sitzung wurde allerdingsein Protocoll abgefaßt und in der nächsten am 12. ordnnngsgeniäst verlesencs waraber sehr kurz und manches in der Wiedergabe gemildert oder völlig übergangen.

193s S. 245. „Bevölkerung Szegedins", so begann er ans offenem Platze wo manihm rasch eine Bühne errichtet hatte, „Zierde meiner Nation, Stütze meines armen vcr-rathcncn Vaterlandes, gerührt beuge ich mich vor Dir. . . Wenn ich andere Orte be-suchte that ich es um Begeisterung hervorznrnsen, hierher aber bin ich gekommen umden Enthusiasmus zn bewundern. . . Erlaubt mir, jetzt da ich mich von der in herr-licher Begeisterung glühenden Bevölkerung umringt sehe, daß ich es der Hauptstadtdurch einen Courier melde dasi Szegedin sich feierlich weigert in was immer für Un-terhandlungen mit dem Verräthcr zu treten. Darf ich das berichten?". . Dasi einesolche Frage mit donnernder Zustimmung beantwortet wurde versteht sich von selbst,wie denn seine ganze Schmeichclrede nur eine nnnnterbrochcnc Aufforderung zu Jnbcl-ansbrüchcn und Bcifallsbczcngnngcn war. „Szegedin ist der mächtige Fels ans denich die Freiheit meines Vaterlandes bauen will daß selbst die Pforten der Hölle sicnicht zu erschüttern vermögen; und wenn des Himmels Gewölbe krachend und tobendzusammenstürzken, würde Szcgcdin noch seinen kräftigen Arm erbeben und dessen Sturzanfhaltcn. Schwört, meine Mitbürger Freunde Brüder, schwört". . . Er hielt wäh-rend er sprach eine Tricolorc in der Hand. „Vor Zeiten", sagte er, „wenn das Va-terland bedroht, trugen unsere Väter ein blutiges Schwert einher und mit Blitzesschnellesamnielte sich ans dies Zeichen das Volk: ich aber ergriff die Fahne und wünsche ansdiese Weise die Heldensöhnc Ungarns hcrbeizuziehcn! . . Zeh meines Thcils", so spracher znm Schlüße, „werde bis zu jenem Augenblicke nicht ruhen, werde meinem müdenHaupt keinen Schlaf gönnen bis ich die Worte sprechen kann: Herr entlasse DeinenDiener, denn meine Augen haben die Freiheit und die Wohlfahrt meines Vaterlandesgeschaut! . . Noch vieles hätte ich euch zn sagen, doch mein bewegtes Gcmüth raubtineinen Lippen die Sprache. . Ich habe nie geweint, und sehet, jetzt sind meine Augenvoll Thränen!" . . . Seine Anrufung Gottes, seine biblischen Citate, seine Thräncn,sein „Sich-bengcn" vor der bcwnndernswerthcn Haltung seiner Zuhörer, sein Schwach-werden bis zur Ohnmacht waren reine Kömodie die jedoch auf eine Bevölkerung vonder heißblütigen Eitelkeit des Magyaren eine Wirkung hcrvorbrachte, einen Taumel derVerzückung und Entflammung, wie sich das mit Worten gar nicht schildern läßt.Jubel Säbelrasseln Waffengeklirr Hüteschwenken; ans den Kehlen der Männer don-nerten, brüllten blljcn, ans den Händen der Frauen wehten Tücher, fielen Blumen undKränze; Einzelne warfen sich vor ihm ans den Boden, Andere drängten sich heran ihnans ihre Schultern zn heben re. ic. Vgl. Koväcs Kampf und Verrath S. 28—33,eine Episode die man immer als charakteristische Zeichnung gelten lassen kann wennman auch sonst das Buch, da wo es Kricgsthatcn zn berichten gibt, eine aufschneide-rische Schmieralic nennen muß wo auch mit der Chronologie in der schamlosesten Weisenmgcsprnngcn wird. Vollständig findet man die Szcgediner Nedc bei Chownitz Ge-schichte d. nng. Rcv. I. S. 88—91, F. R. Politische Charaktere S. 66—69, Rcisin-gcr Politische Bilder S. 125—129, und anderwärts.

191s S. 215. „Das wußte jedermann in Pest", bemerkt Szcmere S. 66, „dochschwiegen wir dazu weil wir ihn schonten; nur der Präsident des Abgeordnetenhauseserwähnte es mit der indircctcn Anspielung: ,Obgleich der Palatin nnd noch mehrerePest verlassen haben so werde ich doch nicht von der Stelle gehen bis ich nicht sehedaß meine Gegenwart nichts mehr nützt'. Jedermann wußte daß das Wort ,mehrere'