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fragt, ob die Regierung einem Blatte nnter Kossuth's Redaction keine Hindernisselegen würde, nnd die Antwort von Wien sei „eine beruhigende" gewesen. Anderewollten wissen Länderer habe, da er jene Anfrage gestellt, dnrchblieken lassen „daß anssolche Art der gefürchtete Agitator in die Schranken der Censnr gewiesen werde", ja essei nicht ausgeschlossen ihn ans diesem Wege ganz für die Regierung z» gewinnen. Inder That war die Censnr dem „Pesti-Hirlap" gegenüber sehr milde, viel milder alsgegen deutsche Blätter, so daß manche für die letzteren nicht zngclassene Artikel, in'sungarische übersetzt, in die Spalten des Kossnth'schen Blattes wandcrten wo sie derCensor anstandslos dnrchließ; Janotyckh Tagebuch I. S. 103 wo auch das Nb-schiedsfcst das der magyarische Journalistcn-Vcrein einem von Pest nach Wien beför-derten Censor gab, nnd das Hoch erwähnt wird das dabei dem „freisinnigsten allerCcnsorcn" ansgcbracht wurde. . . Was Kossnth am meisten zu schaffen gab, jaeinen Zwiespalt nnter seinen eigenen Anhängern herbeifnhrte, war die Stencrfrage. Dergroße nnd kleine Adel war in den meisten Comitaten, deren Versammlungen er alleinbildete, für Aufrechthaltnng des eben so bequemen als wohlfeilen Privilegiums derSteuerfreiheit, nnd wenn dann Kossnth, durch den Widerstand gereizt, mit erhöhterHeftigkeit gegen diesen eingewurzelten Misbrauch losdonncrte, trat eine Verstimmungein die ihm manchen seiner früheren Freunde entfremdete. — Das damalige Einkom-men Kossuth's geben Einige mit 4—5000 fl. C. M. an, was den 12000 st. derA. A. Ztg. entspräche, letztere Summe als W. W. genommen; Szemere sprichtS. 23 gar von „jährlichen 18000 Gnldcn" - . . lieber Szechenyi's Verhältnis zuKossnth s. Mar Falk Oesterr. Revue 1866 IV. S. 18—40 wo cs n.a. heißt: „Wennman bedenkt daß Szcchcnyi dieses Buch (,Volk des Ostens^) schrieb als keine zwanzigNumerndes Pesti Hirlap erschienen waren, wenn mall dann sieht mit welcher Be-stimmtheit er schon nach so kurzer Zeit das Ziel nnd den Ansgang der Kossnth'schenAgitation vorher verkündete, so steht man in der That sprachlos vor Bewunderungdiesem merkwürdigen Seherblicke gegenüber dessen Schärfe sich in dem Maße steigerteals die Gefahr näher hcranrnckte".
182) S. 230. M—h— S. 34. Andere schildern sie „tief nnter dem Niveauihres Gatten", den gleichwohl „ihr beschränkter Geist" zu meistern nnd anzntreibcnnicht unterlassen habe, so daß ihm in vertranten Kreisen manchmal der Stoßseufzerentschlüpft sei: wenn er doch unverheiratet geblieben wäre! „Zur Geschichte d. nng.Freiheitskampses" S. 80. Die „Aufzeichnungen eines Honvcd" II. S. 52 f. wissenihr nichts besseres nachznsagen — „sie war Herrin im Hanse nnd tyrannisch gegen ihreUmgebung, so daß die eigenen Kinder darunter litten" —, nur daß er ihr „Bildung»nd Wissen" znschreibt, „leider auch Eigensinn nnd Ucbermnth", während Lcvitsch-nigg I. S. 43 dem ärgsten mit der vorsichtigen Wendung ans dem Wege geht, seine„angebornc Galanterie gegen die Damenwelt" erlaube ihm nicht „all die abgeschmacktenDinge zu erwähnen die man ihr anfmntzt".
183) S. 230. Kossuth's politische Freunde suchte» Szechenyi in Verdacht zubringen daß er, „über den neuen Stern, der am Himmel dieses jungen »nd unerschüt-terlichen Volksmannes ansging, ans das bitterste erbost, durch List nnd Ränke die Re-gierung zu einem jesuitischen Streich zu bewegen" gewnst habe; in Wien habe GrafCziräky den Bittsteller an Metternich gewiesen, der ihm aber bedeutete, er möge sicherst bessern ehe er von der Regierung eine Gnade erlangen wolle; F. R. PolitstcheCharaktere S. 23 f. Nach Andern hätte ihm der Fürst-Staatskanzler Geld und einAmt angebotcn, was jedoch Kossnth nicht annahm; Szemere S. 23. Nach denDritten wäre Metternich kaum abgeneigt gewesen Kossuth's Begehren zu willfahren,