lich-staatsrechtlichen Stützpunkt und Hintergrund; aber illoyal oder gar hochverrätherischwar er eben so wenig als die beabsichtigte Petition nud Deputation an den Kaiser;jedenfalls war cs das Gegcntheil von „panslavistisch." Was den in den Kreisen desböbmischcn Grnndadels damals viclverrnfencn „Criminal-Verbrecher" vr. Branner be-trifft, so unterdrücken wir jede Bcmerknng, ans Schonung — Schonung nicht für ihn!Endlich wurde als Wahrzeichen jener „panslavistischen Umtriebe" 4) der Umstand her-vorgehoben daß in slovakischen Kreisen Fürst Wiudischgrätz als Beschützerder Magyaren ansgeschrien, gegen die von ihm ausgestellten proviso-rischen königlichen Commissarc in jeder Weise agitirt werde: „keinMittel blieb unversucht diese Commissarc durch die raffinirtesteu Dennneiationen sowohlbei der Regierung in Wien als auch bei dem Fürsten in Ofen zn verdächtigen." Be-weis: die vom Ausschuß der Sohler Gespanschaft au Se. Majestät gerichtete Bitte, esmöge dem königlichen Commiffar Nicolans von Ostrolncky anfgetragcn werden, dieGleichberechtigung der Nationalitäten durch Anwendung der slovakischen Sprache beiVerhandlungen und in Protocollen zn wahren. Da nun Ostrolncky sein Amt in denbis dahin von Görgei's Truppen besetzten Gegenden erst am 17. Febrnar angetretenhatte, die Adresse aber schon vom 22. darans datirt war, so sollte das ein Spiel nie-derer Ränke und Machinationen sein; nnd weil die Bittsteller nicht geradezu den Com-missar anklagtcn nnd dessen Ersetzung durch eine ihnen connationale Persönlichkeitverlangten — was doch wahrhaftig auch kein unnatürliches Begehren gewesen wäre! —sondern nur um eine Instruction für ihn baten daß er die slavischc Sprache wahrennud schonen möge, so war das ein Ausstich „der den Slaven eigenen Verschmitztheit" ! !!. . . Hiehcr gehört auch daß am 29. März 184g FML. Kempen in Presbnrg ange-wiesen wurde, bei der unter Redaction des vr. Lichard erscheinenden slovakischen Zei-tung darauf zn sehen daß jener Thcil des Blattes, der die Interessen sämmtlicher Sla-ven bespricht, nicht zn „panslavistischen Nebergriffcn" misbrancht werde . . . lieber dieStimmung der vermöglichcren Claffen gegen die „Räczen" in der Woiwodschaft, „Isskatr.es . . . äes ssrls gui .aspirent n ^ Aouvsrnsr et ä v opprimsr tout cs gutWest pas enx", s. Denkschrift des Baron Billot an den Feldmarschall, 31. Mürz1849, in den Windischgrätz'schen Papieren.
157) S. 194. Wiudischgrätz an Stadion nnd Schwarzenberg Raab 30. Dec.1848, dann an letztem Ofen 7. 10. 15. Januar 1849. Vgl. die in der vor. Anm.bezogene Rouffean'sche Denkschrift, wo anfdie Fürsten Karl oder Friedrich Schwarzenberg oderJoseph Lobkovic als eventuelle Chefs des slovakischen Gebietes hingedentet wird; GrafJohann Majläth den einige Stimmen ans der Slovakei bezeichnet«! sei für einen solchenPosten ungeeignet, eben so Hänrich oder Hlaväc, beides loyale verläßliche dynastisch ge-sinnte Männer, die aber durch ihre Landsleute Hodza Kolär n. a. zn sehr bedrängtwürden.
158) S. 195. Wind, an Stadion Raab 30. December 1848, Schwa, an Wind.Olmüz 5., Wind, an Schwa. Ofen 21. Januar 1849. Bezüglich Geringer's schriebFürst Felir beschwichtigend zurück: „Geringer ist ein talentvoller und ganz sichererMann, selbst Siebenbürgen, der alle dort gangbaren Sprachen innchat nnd gewiß imengsten Einverständnisse mit dem Commandircnden Vorgehen wird."
159) S. 197. Anzeige Franz Zichy's vom 1., Erlaß Wiudischgrätz' an Kempenund Wrbna vom 7. Januar 1849.
160) S. 199. Schwa, an Win. Olmüz 17., dieser an jenen Karlbnrg 23. Dec.1848 ; A. H. Handschreiben an beide Marschälle vom 19. nnd Schwa, an Win. vom21. Januar 1849 .... Zu bemerken haben wir daß Wiudischgrätz, als im Frühjahr
Geschichte Oesterreichs Bd. IV. 7