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provisorische Organisirnng des Landes schritt, in der That i» Anwendung; s. den Er-laß vom 2. Februar 1849 an Szögycny. An die provis. königlichen Connniffare ergingzwei Monate später, 2, April 1849, in gleichem Sinne die Weisung den Geschäftsver-kehr mit den Gemeinden in jener Sprache zu Pflegen „die von der Mehrzahl der Ein-wohner gesprochen wird, wobei es sich von selbst versteht daß dieselben nicht beirrtwerden dürfen in solcher ihre Gemeinde-Angelegenheiten zn verhandeln; bei Gegenstän-den die ihren Zug znm Fcldmarschall nehmen oder von ihm an die königl. Commissaregelangen, sei sich der deutschen Sprache zn bedienen."
1S6) S. 194. So ist wörtlich zn lesen in dem Abschnitt „Slovakische Umtriebe"S. 311—320 der üI8 Denkschrift des Generals Rousseau über „die Administration desFM. Fürsten zn Windischgrätz (vom December 1848 bis April 1849) im KönigreicheUngarn auf Höchsideffen Befehl ans officiellcn Acten znsammengcstellt". Als Beweis-gründe für diese „panslavistischcn Umtriebe" mußten herhaltcn: l) der Wunsch einvon Ungarn getrenntes slovakisches Herzogthnm zu bilden; die Slova-ken-Führcr Hnrban Stür Zach hätten in der Liptauer Gespanschast eine Volksversamm-lung gehalten und aus dieser eine Deputation gewählt um Sr. Majestät diese Bittevorzntragen; man habe schon seinen Mann erkoren, den vr. Brauner der als„Gcneral-Hof-Commissar aller slavischen Comitate" mit den ausgedehntesten Vollmachten nach Un-garn gesandt werden solle; Brauner aber sei „ein Criminal-Verbrecher und Demokratpur excellvncs den ein Machtspruch des Justiz-Ministers Bach aus dem Gefängnisseentließ in welchem er in Folge der Prager Jnni-Ereignissc schwer Leinzichtigt saß undvon wo ans er sich direct zum Reichstag nach Wien verfügte"; 2) die Thatsachc „daßbei dem verräthcrischen Uebersalle des Militärs in Losoncz die Ein-wohner der Stadt und Umgebung von Nensohl nicht undeutliche Sympathien für die Re-bellen knndgcgcben und sogar Vorbereitungen zn deren Empfang getroffen haben", wor-aus sich zeige, „daß die in der Solcher Adresse zn Füßen Sr. Maj. niedergelegte Ver-sicherung unerschütterlicher Unterthanentreue und Anhänglichkeit an das A. H. Kaiser-haus im grellen Widerspruch mit dem factischen Benehmen und den gcoffenbarten Ge-sinnungen des Solcher ComitatS stehe"; 3) die Ercesse und Uebergriffe derslovakischen Freischaaren ; die Führer derselben Hnrban StnrJanecek und Blon-dest seien, „mit Ausnahme des letzter» der als ordentlicher Mann seine Truppen in Ord-nung hält", schlechte Snbjecte die sich der Fürst baldmöglichst vom Hals schaffen möge;sie seien gegen jede Discipliuirnng ihrer Freischaaren deren Bewaffnung sie für ganzandere Zwecke angestrebt ic. . . . Die Haltlosigkeit dieser und ähnlicher Anführungen,die das Wahrzeichen magyarischer Einflüsterungen im großen Hanpt-Qnarticr an derStirn trage», springt in die Angen. Um sogleich von den Freischaaren zn sprechen, zn welchenZeiten und bei welchem Volke hat cs solche gegeben die sich, wenn sie nicht unter tüchti-ger Oberleitung im Zaum gehalten wurden, n i ch t Ercesse und Uebergriffe erlaubt hät-ten?! Was haben nicht in demselben Jahre 1848 die viclgerühmten Wiener Freiwilli-gen getrieben ehe sie unter Radeckh'sche Zucht kamen! Die Behauptung, Hnrban und Sturhätte ihre Schaarcn für ganz andere Zwecke geworben, steht eben so ohne allen und jedenBeweis da, wie die andere daß es in Nensohl und Umgebung Slovakcn gewesen die„nicht undeutliche Sympathien" w. sollen knndgcgcben haben. Und wenn es Slovakenwaren, wie viel hatte an dieser Haltung etwa Einschüchterung Schuld, wofür sich jaz» jener Zeit ans allen Theilen Ungarns Beispiele genug anführen ließen? Und imschlimmsten Fall, was wäre es mit einer so vereinzelten Demonstration gegen so zahl-reiche und weitverbreitete Kundgebungen von entgegengesetztem Charakter ? ! Der Wunscheines selbständigen slovakischen Herzogthnms war wohl unpraktisch, weil ohne geschicht-