Druckschrift 
4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

95

rer Sprache schreibe», wie jedem andern Volksstamme in der seinigcn". Der Stnbl ver-wabrt sich feierlich „gegen jeden äbnlichcn Versuch eines Eingriffs in die Gleichberech-tigung aller Nationalitäten" und bittet den Banat-Rath die geeigneten Schritte z»machen daß ein äbnlichcr „verletzender Aet" in Hinknnst vermieden werde. . .

152) S. 180. lieber die damalige Stimmung im stavischen Südland schreibt unsII,. Siegfried Kapper, Verfasser der „Siidslavischcn Wanderungen": „Nicht nur dieAnhänglichkeit an Oesterreich unter den siidslavischcn Stämmen diesseits der Donau undSave, sondern auch die Sympathien für dasselbe jenseits, namentlich in Bosnien,waren sehr groß. Ich hatte tausendfach Gelegenheit dies wahrznnchmcn, und zwar bisin die untersten Schichte» hinab, was bei dem überaus lebhaften politisch-nationalenBewnstscin der Bevölkerung jener Gegenden, das selbst in dem einsamen Hirten derBerge lebt, nicht zn unterschätzen ist. Die Hoffnung, man werde über kurz oder langösterreichisch werden, war damals so gefestigt wie der Wunsch darnach allgemein" . . .Fügen wir der Coustatirnng dieser Thatsache einen Theil der Betrachtungen an in denensich unser geehrter Korrespondent über die heillose Erdrückung dieser Sympathien in de»fünfziger Jahren ansläßt: „Man hat Kräfte die in der Eristenz und Macht Oesterreichsdas lebhafteste nnb reellste Interesse haben, an Kräfte preisgcgcben die ganz im Gcgcn-thcil Oesterreich innerhalb ihres Kreises negircn, außerhalb desselben das lebhaf-teste Interesse haben es zn rednciren und möglichst zn schwächen weil sie ihre eigeneGeltung nur eben in dieser Schwächung gesichert finden".

153) S. 180. Die „Denkschrift über die organische Verbindung des sächsischenNationalkörpers mit dem constitntioncllcn Oesterreich" (abgedrnckt im „Lloyd" v. 1810Nr. 8 und 7 v. 1. Januar) datirtc bereits vom 2. October 1818, also noch lang vorder Fricdensels'schcn Sendung ss- Bd. Itl. S. ISO f.) und faßte die National-Wünschein 10 Punkte zusammen. In der Einleitung heißt es n. a.: „Wollte etwa der auto-nome Vorgang der sächsischen Nation dabei beanstandet werden, weil das ehemaligeSiebenbürgen drei gleichberechtigte Nationen enthielt, so darf nur einfach bemerkt wer-den, daß daö sicbenbürgische Staatsrccht durch den Nnssprnch der Union vernichtet,»nd durch die seither erfolgten Wirren ein faktischer Zustand herbeigesührt wurde,welcher einer Nationalität gegen die andere keinerlei Verpflichtungen anferlegcn kann.Das alte Ungarn ist gefallen, weil seine Glieder und Gelenke morsch und gebrech-lich waren, das neue wird sich naturgemäß zn neuer Gestaltung heransbildcn. Nieaber ist es möglich, die freigewordcncn mündigen Völker in die Zwangsjacke des altenStaates zn zwängen, der, durch einen Hanch zertrümmert, seinen Mangel an fernererLebensfähigkeit klar werden ließ, und nnbcdancrt von den Völkern dahinsank. . .Die geographische Lage des Landes verdient in. jeder Beziehung eine besondere Beach-tung. Vorzugsweise aber dürste die militärische Wichtigkeit derselben kaum zn übersehensein. . . Hiebei darf die wichtige Rücksicht nicht ans dem Auge gelassen werden, daß dieIdee des dacoromanischen Reiches in den Fürstenthümern der Moldau und Walacheischon tiefe Wurzeln geschlagen und auch in Siebenbürgen zahlreiche Anhänger gesundenhat. Je kräftiger und dauerhafter die Antonomie der sächsischen Nation bergestcllt wird,»in so sicherer wird sie die Aufgabe lösen, bei einer in nicht ferner Zukunft zn erwar-lendcn dacoromanischen Bewegung die inneren Karpathcnländer jenseits der Theiß, trotzdes zahlreichen walachischen Elementes, von jener Strömung fern zn halten und dieMonarchie sichern zn Helsen" ic.

151) S. 101. Schwa, an Wind, am 1. Januar 1810.

155) S. 103. Diese Grundsätze brachte der Feldmarschall, als er später an die