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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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kamit wurde war Gagern gepriesen wie er die Verhältnisse so klar und richtig erfaßtund durch sein Programm den einzig zum Ziel führenden Gedanken ausgesprochen habe.Jetzt hieß es nicht: Gagern ist mit einem nach zehn Tagen unhaltbaren Programmanfgetreten, sondern: Oesterreich hat das schönste Programm verdorben".

63) S. 93.Jene Selbsterkenntnis und Bescheidung, jene selbstverläugnende Un-terordnung, geboten durch die nothwendige Taktik parlamentarischer Kämpfe, so daß dieSchwächeren oder im Angenblick minder Nützlichen znrückgctrcten wären, stellte sich imdeutschen Parlamente nur in sehr geringem Maße ein. Vielmehr drängten sich dieRedelustigen in Schaaren zu und die Schwächsten waren nicht selten im Zndringcn dieStärksten. Daher vorzüglich daß wir so viel Geschwätz hören mußten und daß die Ge-wiegteren sehr oft nicht zum Wort kamen"; Jürgens II. S. 250. Hier finden sich auch zweider bedeutenderen nicht-gehaltenen Reden abgedrnckt: die von Radowitz S. 251- 258, unddie von Wulfsen S. 267270. Beide sprachen vorzüglich gegen die Sclbstverblendnng derVersammlnng ohneZusammenwirken mit den Regierungen etwas zustande bringen zn können.Ich glaube an die Macht dieser Versammlung auch jetzt noch", hieß es bei Radowitz,aberich habe nie an ihre Allmacht geglaubt".Während man in Nord-America und in derSchweiz den Staaten und Kantonen die Annahme oder Verwerfung der betreffendenVerfassungen anheim gab", bemerkte Wulfsen,wolle man den monarchischen StaatenDentschland's dasselbe unbestrittene Recht, ans den Grund des Machtsprnchs einer Ver-sammlung welche die Freiheit der Völker proclamirte, entziehen?!" Die Aufgabe nachRadowitz war:daß die nicht-dentschen Lande Oesterreichs ein Glied der österreichischenMonarchie und zugleich des deutschen Reiches bleiben"; die Losung sei schwierig abernicht unmöglich, wenn man anders den guten Willen dazu habe. Sein Vorschlag war:den Verfassungs-Entwurf vorerst an die deutschen Regierungen gelangen zn lassen, vondenen jede, Oesterreich mit, einen Bevollmächtigten, wo möglich den Eabinets-Chef znbestimmen hätte; der auf diesem Wege vereinbarte Entwurf wäre sodann Oesterreich z»dessen besonderer Berathung zu übergeben; mit den Bemerkungen Oesterreichs kämederselbe an die National-Versammlnng zurück behufs der zweiten Lesung w.

64) S. 94. Wie Arndt selbst jene praktische Negirung seines poetischen Postulatssich zurechtlegte s. Laube III. S. 227 f. Dagegen z. B. Ludwig Kalisch in denWiener Boten" I. S. 236 f.

65) S. 94.Das Reichs-Ministerium verdankt die schwache Majorität die es ge-'stern erhalten vornehmlich zwei Umständen: sür's erste der ausdrücklichen Erklärung desMinister-Präsidenten v. Gagern, daß in Folge der in der österreichischen Note vom 28. Dc-cember enthaltenen Eröffnungen er Oesterreich nicht als austretend ans Deutschland be-trachte, und daß er bei den Unterhandlungen, zn deren Anknüpfung er von der Natio-nal-Versammlnng ermächtigt würde, doch mit vollster Aufrichtigkeit dahin zn strebenbeabsichtige, Oesterreich zn einer offenen Erklärung in Bezug ans den Eintritt derdentsch-österreichischen Provinzen in den deutschen Bundesstaat zn veranlassen; undsür's zweite der Besorgnis einer nicht geringen Anzahl von Mitgliedern daß, wenndas Cabinet Gagern stürze, ein den Tendenzen der Linken huldigendes Ministerinm andie Reihe kommen werde"; Correspondenz ans Frankfurt v. 14. Januar 1849,Presse"Nr. 20 v. 24. S. 3.

66) S. 94. Haym II. S. 214216, dessen Blätter überhaupt von einer Ver-himmelung Preußens und von einer aller Geschichte Hohn sprechenden HerabsetzungOesterreichs triefen. Eine eigcnthümliche Erscheinung bei diesen Debatten, wo meistVernunft und Maß mit der Leidenschaft durchgingen, war daß die österreichischen Sla-ve» bald dem einen bald dem andern Theile als Popanz herhalten mußten. Schon im