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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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seine Verfassung Hand in Hand mit der Volksvertretung zum Austrag bringen wollte? In einem Zeitungs-Artikel v. S. Januar 184g (abgedrnckt bei Jürgens II. S.1S7171s behandelte Mathy die Frage:Ist Oesterreich schlimmer als die An-

dern?", worin cs n. a. hieß:Wie konnte Oesterreich Truppen nach Thüringen undGeld nach Frankfurt senden, zu einer Zeit wo es den letzten Mann und den letztenHeller anfbicten mußte um sich der Feinde im eigenen Lande zu erwehren? Sobald derAufstand in Wien überwunden und eine feste Regierung eingesetzt war, wurde der Bei-trag für den Festnngsban von Rastatt und Ulm bezahlt; der Matrienlar-Beitrag fürdie Verpflegung der Rcichstruppen wird nächstens berichtigt werden, und wenn Oester-reich sich erbietet seine Flotten-Beiträge in Schiffen statt in Geld zu leisten, so ist daskeine Weigerung sondern ein Vorschlag über den sich sprechen läßt. Das österreichischeBnndcs-Contingent wird dem Rcichs-Kricgs-Ministerinm zur Verfügung stehen, sobaldin Ungarn der Sieg erkämpft sein wird. Oesterreich hat keine Hilfe begehrt als dieGränzcn des Bundeslandes Throl vom Feinde überschritten wurden: so gedulde mausich noch kurze Zeit und man wird die österreichischen Truppen, wie in Mainz Frank-furt und vor wenigen Monaten in Constanz, so in Ulm und Rastatt cinziehcn und be-reitwillig dem Rnfc der Central-Gewalt folgen sehen", S, über diesen Punkt nochJürgens II, S. 136.

48) S, 72, Laube III, S. 187 f.:Die Heerlager, welche sich draußen in zweigroßen Massen sammelten zu Welfen und Ghibellincn, hier mischten sie sich wie untereinem Waffenstillstände und versuchten gesellig über Dinge zu sprechen welche sic garnicht intcreffirten . . . Die Gemahlin des Erzherzogs ließ sich Abgeordnete aus allenThcilen des großen Vaterlandes vorstellen, und man sprach über das Leben in den Al-pen nach denen sich die Familie des Erzherzogs herzlich znrücksehnte. Der Erzherzogselbst ging langsam durch die Säle und sprach mit den verschiedenartigsten Partcilcnten,überall einen neutralen Punkt heranssnchcnd und findend. Das kocht und gährt, daswird sich auch wieder legen! meinte er. Mit großer Kunst einer geläuterten Regenten-bildung vermied er jedes absprcchende, jedes entscheidende Wort."

49) S, 75 Ha hm II, S. 131135. Was Schmerling am meisten abging, meintH a y,m, war die Ehrlichkeit der Begeisterung:Dem empfindlichen Gefühl für deutscheNational-Größe hat er vor und während seines Ministeriums den Hof gemacht. Erwar weniger genirt seit er nur noch der Bevollmächtigte der österreichischen Regie-rung war". Vgl. die Charakteristik Schmerling's inBrustbilder ans der Panlskirche"S. 55 61, und inGränzboten" 1848 IV, S, 486 f,:Unter allen Reichs-Ministern hatteer entschieden am meisten staatsmännische Haltung. . . Ich suche bei Schmerling keinenvorher überlegten Plan. Die Ereignisse waren nicht vorher zu berechnen, Schmerlingist kein schöpferisches Genie, aber er hat diesen Jnstinct welchen Oesterreichs Staats-männer in bedrängten Umständen nie vcrlängncn, den Verhältnissen Rechnung zutragen und auf die Stunde zu warten", Geradezu unwürdig ist die Schilderung inFricdr, HartesEin Tag in der Panlskirche" (Leipzig, Otto Spanier 1848) S, 45. f,wobei der Verfasser S, 8 so bescheiden ist von seinem Urtheil zu rühmen,daß essich jedes Partei-Standpunktes geflissentlich eutänßcrt hat",

öv) S. 75. Siehe z. B. Biedermann Erinnerungen S. 215 f. Die ganzeSchilderung ist sehr unfreundlich gehalten; charakteristisch ist was er S. 218 über dieLeichtfertigkeit" sagt, womit Schmerlingseine geheimsten Gedanken bisweilen unvor-sichtig preisgibt, was ihm dann Verlegenheiten bereitete aus denen ihn aber meistentweder sein Glück oder seine Gewandtheit und Dreistigkeit rettete",

51) S. 77, Haym II, S. 115.