Druckschrift 
4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
Entstehung
Seite
67
Einzelbild herunterladen
 

67

vernehmen mußte stüumt übrigens merkwürdigerweise Haymdeutsche National-Vcr-sammlung" II. S. 13S141 mit dem ihm politisch so fernstehenden BeckerRcactionin Deutschland" zusammen, welcher letztere S. 389 gegen die beidenSchwätzer" Vogtund Ludwig Simon loszieht, , , DiePolit. Briefe und Charakteristiken" schildern S,270 den Stand der anti-kaiserlichen Parteien gegen Ende des Jahres so:Die Oester-reicher wollen ihr Special-Interesse vertreten, die Linke will daß überhaupt nichts zu-stande komme, die Clcrical-Partei das Vorherrschen des evangelischen Preußens verhin-dern". Jedenfalls standen der Kaiser-Partei die zahlreicheren, die rührigeren, die rück-sichtsloseren Kämpen zu Gebote, die nicht müde wurden dem Groll gegen ihre Gegnerden mannigfaltigsten Ausdruck zu geben: die letzten, sagten sie, setztendie abstractcund schlechte Einigkeit des gestimmten Deutschland gegen die concrete und staatlich festenutcr der Leitung Preußens"; es komme ihnen nicht darauf an,die Geschlossenheit undGediegenheit des deutschen Bundesstaates den Bedürfnissen Oesterreichs zu opfern";sie suchten mireine neue Form für die Verewigung und Verstärkung der Abhängig-keit Deutschlands von Oesterreich";Oesterreich und seinem Hcrrschcrhause will Mandort" (im Lager der Anti-Kaiserlichen)Deutschlands neu gesammelte Kräfte zuwcn-den, hier dagegen für Deutschland die Kräfte eines ächt deutschen Staates" (Preußen)gewinnen »nd nutzbar machen". Haym II. S. 140142.

45) S. 70. Nach Jürgens I. S. 454 war esabgeschmacktes Geklätsche und Ge-wäsche" was hin und her ging.Es war damals sehr schwer oder unmöglich dahinterzu kommen was die Lenke damit sagen wollten; sie waren craltirt und enragirt, undder Eine redete noch mehr Unsinn wie der Andere" (S. 4K1).Jmpctnositäk war derCharakter aller Schritte in jenen Tagen" (S. 498). Vgl. Haym II. S. 194 st:Esging damals ein wühlerischer Geist durch die Versammlung". . . Nach seiner Partei-Stellung kennt Haym nur einen Feind der dies Unkraut unter den Weizen gesäet:die Politik des Hauses Oesterreich, ihr Repräsentant Schmerling,seine Waffe jedesMittel der Diplomatie" (S. 199).

46) S. 71. Wortlaut des Schmerlingffchcn Entwurfes bei Jürgens I. S.392395 Anm. nnd des beabsichtigten Dringlichkcitsantrages S. 397 st Der elfterewar sehr warm gehalten.Deutschland", hieß cs darin u. a.,hat ein heiliges Rechtauf Oesterreichs deutsche Gebietstheile die auf Jahrhunderte znrückgezählt zu dem ,Reichegehörten, die des erst seit vierzig Jahren bestehenden österreichischen KaiserstaatesStamiuländer sind; es übt dieses Recht indem es den innigsten Verband mit diesenLändern in Anspruch nimmt. Und Oesterreich dessen Fürsten seit ihrem Ahnherrn bei-nahe ununterbrochen des Reiches Krone trugen, cs kann, cs darf sich nicht znrückziehenvom deutschen Volke" >c. Bezüglich des Einverständnisses von Schmerling »nd Gagernin dieser Sache bemerkt Jürgens S. 397:Sie kamen einander so nahe daß mankaum noch wußte wo ihre Ansichten auseinandergingcn; ich kann jeden Augenblick dieMitglieder des Ministeriums nennen die mir dies wiederholt ausgesprochen".

47) S. 72.Oesterreich habe sich von Anfang den Frankfurter Beschlüßen nichtunterworfen": aber hatte sich Preußen anders verhalten?Oesterreich habe die Reichs-Commiffare nicht nach Gebür behandelt": hatte ihnen Preußen mehr Achtung undFolgsamkeit bewiesen?In Oesterreich gehe mau rücksichtslos vor, scheine man z» abso-lutistischen Maßregeln geneigt": ließ sich nach den November-Vorgängen in Berlin vonPreußen nicht ähnliches sagen?Oesterreich erkläre sich nicht deutlich, man wisse nichtworan mau mit ihm sei": war das mit Preußen nicht der ganz gleiche Fall?Preu-ßen habe sich durch die von ihm erlassene freisinnige Verfassung thatsächlich an dieSpitze von Deutschland gestellt": aber war Oesterreich nicht noch freisinniger da es

5 *