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3) Brühl an Schwarzenberg.
Durchlauchtiger Fürst!
Euer Durchlaucht gnädiges Schreiben vom 15. habe ich durch Se. Ercellenz denHerrn Grafen von 'IrnuUnmnselorlp erhalten, und nachdem ich dessen Inhalt, so wiejenen der ihm beigefügtcn Beilage zur Kenntniß Sr. Majestät des Königs gebracht,beeile ich mich dasselbe hiemit ehrcrbietigst zu erwiedern.
Der König war schon von dem Inhalte mit alleiniger Ausnahme dessen unter-richtet, daß die Ansrnfnng Sr. Majestät des Kaisers von Oesterreich, oder jene desKönigs selbst, oder endlich die des Herzogs von 6ol,nrgü! in den Partien wirklichzur Berathnng gekommen sey.
In Folge anderer — späterer — Nachrichten ans Frankfnrth haben Sc. Majestätbeschlossen dem kaiserlichen Hofe schleunigst Mittheilnngen znkommcn zu lassen. Esscheint, daß die Frankfnrther National-Versammlnng ans ihrem Souverainetäts-Schwindel zu erwachen, und zu suhlen beginnt, daß sie ohne Hilfe der deutschen Groß-mächte, Könige und Fürsten nicht zum Ziele kömmt. Des Königs Majestät hält dieseWendung der Sache für eine günstige und hofft daß es jetzt möglich sein werde einhaltbares Provisorium zu organisiren, mit Hilfe dessen die nöthige Zeit gewonnen wer-den könne. NM die Berathungen über das (loüiiitivnm zn einem ersprießlichen Resul-tate zu führen.
Daß von einer Annahme der deutschen Kaiserkrone, falls sie wirklich angebothenwerden sollte, nicht im entferntesten die Rede sein kann, dafür sind die Grundsätze undNeigungen Seiner Majestät hinreichend Bürge.
Genehmigen Euer Durchlaucht die Ausdrücke der ehrfurchtsvollen Hochachtungwomit zn verharren die Ehre bat
Euer Durchlauchttrengehorsamsler Diener
Berlin, den iS. December 1848. Gf. Brühl »,./p.
4) Schwarzenberg an Brühl (Concept).
Olmüz, 21. December 1848.
In der Anlage gebe ich mir die Ehre, Hochdenselben den Auszug eines mir heutevon Frankfurt zngekommenen Schreibens im engsten Vertrauen mitzntheilen. Manscheint dort planmäßig ans die Verdrängung Oesterreichs ans Deutschland hinznar-bciten, und ans diese Weise vermeintlich zn Gunsten des Königs, in der That abergegen die ausgesprochene Absicht Sr. Majestät zn wirken.
Da wir für Höchstdieselbcn kein Geheimnis haben, halte ich es für Pflicht, znEw. Hochgeboren Kenntniß zn bringen, daß die letzten Vorgänge zn Frankfurt anmehreren deutschen Höfen Besorgnisse bervorgernfen haben, welche wir zn beschwichtigenals unsere Aufgabe betrachten. Ans dem deutschen Bunde wird Oesterreich nicht ans-schciden, und so lange deutsche Fürsten berufen sein werden, in die Geschicke Deutsch-lands einzngrcifen und die neue Gestaltung des Vaterlandes zu bcrathen und zn be-stimmen, wird der Kaiser, in Ucbereinstimmnng mit Sr. Majestät dem König, undhoffentlich znm Woble des Ganzen, seine Stelle würdig einznnehmcn wissen, und indiesem Falle ist unser Weg deutlich vorgezeichnet.