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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Wenn aber die in Frankfurt sich knndgebenden Bestrebungen ein allgemein absor-bircndes, einheitliches Deutschland ohne der Zustimmung der Fürsten zur Folge habensollten, so dürfte sich Oesterreich an dem wahrscheinlichen ephemeren Werke nichtbctheiligen, ohne Gefahr zu laufen, seine besten Kräfte nutzlos zu oersplittern und demuntätigen Interesse seiner inneren Organisation Eintrag zu thnn.

In der Hoffnung, Ew. Hochgeboren bald für direkte Mittheilnngen über die inOlmüz besprochenen Gegenstände danken zu können, bitte ich Hochdicselben ic,

5) Brühl an Schwarzenberg.

Durchlauchtigster Fürst!

In dem Augenblicke als ich gestern Euer Durchlaucht an mich gerichtetes sehrgeehrtes Schreiben oom 22, d, Mts. erhielt, müssen Höchstdiesclben bereits in Kenntnißund im Besitz der mündlichen und schriftlichen Mittheilnngen gewesen sein, welcheGraf Lernstorlk angewiesen worden ist Euer Durchlaucht zu machen. Da diese Mit-thcilnngen eine umständliche Erwiderung des mir in Olmütz anvertrauten älvmorials(vom 13, December 1848) über die vom Kaiserlichen Eabinet beabsichtigte Bchand-lmigsweise der deutschen Angelegenheiten enthalten, auch wiederholt ans das alier-bestimmtcste der Absicht Sr, Majestät des Königs gedenken hinsichtlich dieser Angele-genheiten mit Oesterreich Hand in Hand zu gehen, und darin keinen Schritt zu unter-nehmen ohne sich darüber zuvor mit dem Kaiserlichen Cabinet berathen und verstän-diget zu haben, so hofft man hier zuversichtlich daß vorerwähnte, sowie die früherenMittheilnngen, jedem möglichen Bedenken begegnen, welches durch die aus Frankfnrtha/M, eingehenden Berichte angeregt worden seyn oder noch angeregt werden könnte.

Das Ausscheiden des Ministers von Schmerling wird hier um so mehr bedauert,als man es für die Folge einer großen Cabale hält, bei der sich auch preußische Depu-tirte ans sehr verschiedenartigen Absichten betheiligt haben mögen. So sehr man hier dieseJntrigncn erwähnter Deputation mißbilligt, so befindet man sich hier in der Unmöglichkeit siezu verhindern; einer Unmöglichkeit, von welcher auch das Kaiserliche Cabinet sich hin-sichtlich der österreichischen Dcpntirten zu überzeugen wohl manchfach Gelegenheit gehabthaben dürfte.

Die Motive, welche den General von kontier bewogen haben mögen sich denSchritten seiner Kollegen gegen Herrn von Schmerling anznschließen, kennt man bisjetzt noch nicht, und begreift sie um so weniger, da man bisher glaubte daß er mitdiesem auf dem besten Fuße stehe. Daß aber auch Minister tlmnplmnsen wie der demsehr geehrten Schreiben Euer Durchlaucht vom 22, beigefügte Bericht vom 16, sagt:dabei die Hand im Spiele gehabt haben soll", das wird hier entschieden bezweifelt,weil cs eben sowohl mit seinen ausdrücklichen Jnstrnktionen, als mit seinem persönlichenCharakter, den man nur als einen durchaus Achtbaren nnd allen Jntrignen Abge-neigten kennt, ini direktesten Widerspruch stehen würde, lieber die ideologischen, gänzlichunpraktischen Phantasien der drei erwähnten Gelehrten wunderte man sich hier nicht,nnd betrachtet sie eben nur als abermalige Beweise (deren es übrigens nicht mehr be-durfte) ihrer Unklarheit nnd Befangenheit bei Benrthcilnng von Personen nnd Ver-hältnissen,

Man ist hier der Meinung, daß die überhaupt in Frankfnrth a/M, eine so großeRolle spielenden bunten nnd schrankenlosen Jntrignen, wenn sich selbst überlassen, dorteinen gänzlichen Zerfall herbciführen müßen, nnd eben um diesem zu begegnen wünscht