Vitalis Szöll, Läzar, Wiedersperg rc.
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so lang die militärische Besetzung der beiden Hauptstädte und der dauerndeKriegsstand im Lande allerhand ernste Maßregeln bedingte. Zum Fe-stnngs-Commaudanten von Ofen wurde einstweilen FML. Grnebcr, zumMilitär-Stadt-Commandanteu für Ofen Obrist Pctrichcvich-Horvcith er-nannt. Die Festungswerke von Ofen wurden in neuen Stand gesetzt,dagegen die unnützen auswärtigen Verschanzungcn eingeworfen; GeneralHentzi, Artillerie-General Dietrich und Oberst Trattnern waren mit Lei-tung dieser Arbeiten betraut, zu denen die im Pester Nengebüude Vorge-fundenen reichen Artillerie-Vorräthe Belagerungs-Geschütze re. das Ma-terial lieferten. Der KriegSdampser „Schlik", mehrere in den OfnerSchiffswerften befindliche Dampsbotc und Schlepper wurden dem Pionier-Commando zugcwiescn. An die Spitze der Civil-Berwaltung der Haupt-städte stellte der Fürst den frühem königl. Statthaltercirath Joseph vonHavas. Am 24. wurde eine „Purificirung" des Pester Magistrats vor-gmommcn, der Bürgermeister Rottenbiller durch Karl Lechner, der Stadt-richtcr Gräsl durch Franz Koller, der Stadthanptmann Lang durch Con-stanlin Ferczy rc. ersetzt An diese Amtsenthebungen reihten sich,wie schon früher erwähnt, Vorladungen Verhaftungen Untersuchungen inausgedehntem Maße. So höflich und schonend von den Mitgliedern dergemischten Commission vorgcgangcn wurde, so sehr man sich namentlichdas Benehmen des Ober-Commissars Fclsenthal zu loben hatte, ein Ge-fühl der Bangigkeit, der Zurückhaltung, gegenseitigen Mistrancns griffdennoch immer weiter um sich; denn wer mochte sich, nach den bewegtenVorgängen der letzten Monate, ganz rein wissen daß sich nicht hier oderda ein Verdacht, eine Beschuldigung anknüpfen ließe, besonders in einerZeit wo Angeberei und Verleumdung in voller Blüthc stand?! DieVerhaftungen wurden mit so wenig Aufsehen als möglich vorgenommen;allein gerade diese Heimlichkeit, geschlossene Wagen nachts von Cavalleriedurch die stillen Straßen begleitet, beschäftigte die Phantasie mit denbeängstigendsten Bildern.
Gegen Ende Januar wurden die ersten Urtheilc bekannt. Vielelauteten auf Tod und wurden vollzogen; darunter eines an dem Com-mandanten des s. g. Tyroler Frei-Corps Vitalis Szöll das viel Theil-nahme erweckte. Der treuherzige Brief, den er einen Tag vor seiner Hin-richtung an seine tyroler Verwandten richtete, seine leichtsinnige Verirrungtief beklagend, wurde durch die öffentlichen Blätter bekannt gemacht. Szöll'sAdjutant Eduard Pohl, aus Bayern gebürtig, gleichfalls znm Tode ver-
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