Bedürfniile auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen.
203
terstütznng seiner Truppen in Wien befürworte. Puchncr in Sieben-bürgen brauchte Wäsche und Schuhe für seine Soldaten, PercnssionS-Flintcn, Geschütze; 6000 Gewehre sandte um die Mitte November dasWiener Hanptzcugamt, eben so viel andere das inner-österreichische Gc-ueral-Commando zu Grätz, eine sechspfündige Batterie rüstete Hammcr-stcin gegen Ende Deccmber in Lemberg für ihn aus, schickte ihm je 2000Hemden und Gatjen, 1000 Paar Schuhe rc. Für die slovakische Frei-schaar, die Janccek und Pfarrer Zävodnik neu bildeten um sic der Co-lonne Frischeisen znznführen (Bd. III. S. 320), war vollständige Aus-rüstung zu besorgen; Windischgrätz ließ ihnen zu Anfang Deccmber 600Gewehre, 42000 Patronen und 7000 Zündhütchen auSfolgcn. Doch beimbesten Willen konnte allen Forderungen nicht genügt werden, und manmußte sich, besonders auf den entlegenen: Kriegsschauplätzen, in vielenStücken selbst helfen so gut es eben ging. Für das ganze sicbenbürgischcGcncralat stand nur eine Compagnie Feld-Artillerie in Karlsbnrg zurVerfügung; Infanterie und Nationalgarde mußten eine Anzahl intelli-genterer Leute abgeben die inan in der Bedienung der Geschütze unter-richtete, Linicn-Officicre rückten als Batterie-Commandantcn ein. Kanonenund Munitions-Wagen wurden mit Baucrnpfcrden bespannt, die Knechtedazu im Bedarfsfall ans achtnndvierzig Stunden gedungen. Auch einePionier-Abtheilnng und Brttckcn-Equipage wurde so gut es ging znsam-mengcstellt. Die Ausrüstung des sächsischen Frciwilligen-Bataillons wardie nothdttrftigste: das Bajonnet im Knopfloch, Wäsche MnndvorrathPatronen im Brodsack beisammen; nur an frohem Mnth fehlte cs nieDem Truppenmangel in Ungarisch-Serbien kam das benachbarte Fürsten-thmn zu Hilfe; ans Verwendung des Woiwodcn gestattete Fürst Ale-xander daß Freiwillige über die Donau zögen, und spendete 20000 Du-ckten zur ersten Ausrüstung; Familicnhäupter meldeten sich, von unta-dclhaftem Lebenswandel, verließen Haus und Hof, Weib und Kind, umden Stammesbrüdern den Schutz zu vergelten den in den wilden Zeitendes „schwarzen Georg" ihre vor der Mordsucht der Türken fliehenden Väterauf österreichischem Gebiete gefunden hatten. Um wenigstens über einigeReiterei zu verfügen erbat sich Snplikac den Rittmeister Zimmer vonSchwarzenberg-Uhlancn der, wie dies Alberti in Siebenbürgen gethan,eine Abtheilung Lanzcnrciter zusammenbringen sollte. Doch Cavallcrieheranbildcn während des Krieges ist schwer; mit Mühe kam eine Di-vision ans die Beine, und was war das in dieser endlosen Ebene gegeneinen Feind der gerade in der Reiterei seine Stärke hatte!