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II. 14 . Die kais. Armee evr dein Allsmarsch nach Ungarn.
Eine Armee in so weiter Ausdehnung und in möglichst kurzer ZeitkriegSfühig zu machen war unter allen Umständen keine leichte Sache,unter den damaligen eine besonders schwierige. Das meiste was in de»kaiserlichen Zeughäusern und Magazinen verfügbar, war durch den ganzenSommer nach Italien gesendet, vieles im Frühjahr an die neu gebildeteNationalgardc geliefert oder von dieser, wie im Octobcr in Wien, ge«waltsam in Besitz genommen worden. Bon letzterem kam zwar nach Be-zwingung der Stadt vieles in das Simmeringer Ncugcbäude zurück, vonden Geschützen alle bis ans eines. Aber manches davon war unbrauchbar,das brauchbare bald erschöpft, die Nachschaffnng verlangte Arbeit nnd vorallem Zeit, obgleich FML. Augustin alle Kräfte auf's äußerste anspauntc.In den Pulver-Laboratorien arbeiteten die Leute Tag und Nacht um diein den heißen Tagen von Wien und Schwechat fast gänzlich verschosseneMunition zu ersetzen. So ging cs auch iu allen andern Etablissementsher wo bald die vorhandenen Arbeitskräfte nicht mehr auslangtcn. DieGcneral-Artillcric-Dircction ließ schon im November wiederholte Hilfe-rufe um Vermehrung des Zeugamts-Personals ertönen, weil die zu be-treibende Feldausrüstung sonst nicht bewältigt werden könne. Auch warman in der That mit diesen Bcischaffnngcn noch lang nicht zu Ende alsder Feldzug begann. So war die Armee, was die Munition betraf, blosmit einer Unterstützungs-, aber mit keiner Hanpt-Rcscrvc versehen; dieBrücken-Equipagcn waren noch gar nicht, die Regiments-Fuhrwerke nurthcilwcise bespannt, das Kochgeschirr der Truppen mußte größtcnthcilsmittelst Vorspann fortgebracht werden; die für die Sicherung und Rege-lung der Verpflegung so nothwcndigen Transport-Divisionen waren nichtausgestellt Man hatte kaum einen Thcil des Landes in seiner Ge-walt nnd schon zeigten sich die Lücken. Hier verlangten Ficgnelmont-Dra-goncr auf das dringendste Pferde für ihre Rcscrvc-Escadron, dort brauchteein Armee-Corps, weil eine Stadt mußte besetzt gehalten werden, eineBatterie als Ersatz für das was hatte weiter ziehen müßcn; es mußtenach Böhmen und Mähren geschrieben werden schleunigst das erforderlichezu veranlassen re.
Woran es aber am meisten fehlte, daö war was bekanntlich Montc-enccoli das erste zweite nnd dritte im Kriege nannte. Nm Geld rief alles:für Anschaffungen, für Gage nnd Löhnungen, für Beamtcngehaltc, fürPensionen; mancherorts war man mit derlei Auszahlungen, abgesperrtvon den administrativen Mittelpunkten, seit Monaten im Rückstand und