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II. 13. Fürst Windischgrätz und seine Mission.
fassungsmäßig gesicherten Verband mit den andern Theilcn des Reicheszu bringen, dieser Wunsch war ohne Frage eben so billig und gerechtals er von der überwiegenden Mehrheit der Patrioten in allen österrei-chischen Ländern gcthcilt wurde. Wenn man im Publicum, diesen An-sichten Ausdruck gebend, mitunter zu weit ging, die Hitzigeren jedes ihrerPostulate mit einem Anhängsel von „Feuer und Schwert" begleiteten,selbst Ruhigere davon sprachen daß man „tabmla rasa" machen müße,so war es Sache der Besonneneren, und diesen Theil der Aufgabe solltenach ihrer idealen Bestimmung die Journalistik übernehmen, die Forde-rungen und Erwartungen auf ein gehöriges Maß zurückzuführen unddavor zu warnen daß man das Kind mit dem Bade verschütte. Allein„Presse" und „Lloyd", damals die beiden tonangebenden Blätter Wiens,vielfach der Monarchie, letzterer überdies, wie alle Welt wußte, Leib-Or-gan des Grafen Stadion, überboten wo möglich die gereizten Stimmenihrer Leserkreise, gönnten den leidenschaftlichsten Aufsätzen Raum in ihrenSpalten, wiesen ihnen wohl gar den Ehrenplatz von Leit-Artikeln an derSpitze ihres Blattes an. Zwar gingen sie von Voraussetzungen ans gegendie sich nichts einwenden ließ. Das konstitutionelle Oesterreich könne nurin dem natürlichen Gleichgewichte der Stämme das Mittel seiner Erhal-tung finden; nur die Gleichberechtigung der Nationalitäten mache freieEntwicklung und kräftiges Gedeihen möglich; die Fortdauer der magyari-schen Hegemonie sei damit unverträglich. Sie plaidirten offen für die un-getheilte Einheit des Reichs: ein Parlament das von Ungarn nach glei-chem Maße und in gleicher Weise zu beschicken wäre wie von den andernTheilen der Monarchie, eine Civil- und Straf-Gesetzgebung, eineHeeresleitung und Militär-Administration, ein Unterrichts- und Stn-dicnwescn, ein Finanz- und Zoll-System mit Aufhebung der bisherigenSchranken und Dreißigst-Aemtcr zwischen dem ungarischen und nicht-un-garischen Zollgebiete. Allein in den Folgerungen die sie ans diesen Prä-missen zogen, gingen sic immer weiter. Ungarn werde in dem einigengroßen Oesterreich anfgchen mäßen, hieß es in einem Artikel des „Lloyd",„und geht es nicht im guten, so wird der österreichische Aar so lang seinSchwert schwingen bis er jenes Gleichgewicht errungen in welchem alleinUngarn sein Heil und Wohl finden kann; aller separatistische Starrsinn,alle aus dem Egoismus, aus der Ehr- und Geldsucht Einzelner ent-springenden Gelüste müßen aufhören". „Ungarn muß in die Bahn einerallgemein österreichischen Politik einbezogen werden", schrieb die „Presse,"