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4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
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Dic ungarische Frage und die Wiener Pnblicistik. 185

sic Gegner des Demagogen Kossnth sind, dic ungarischen Verhältnisseregeln lassen? Will man dic aufopfernden Kroaten und Slovaken, Wa-lachei! und Serben jenen Händen überliefern die in der Unterdrückungdieser Nationen würdige Vorarbeiter waren? Die Völker welche todcs-iimthig die magyarische Oberherrschaft abwarfcn und für die Gesammt-Monarchie in's Feuer gingen, werden sich nicht genügen lassen daß manin Ungarn nichts anderes beabsichtige als dic Partei Kossuth's zu stürzen,nicht genügen lassen statt der vollen Geltung ihrer Nationalität eine Ab-findung und die alte Aristokraten-Wirthschaft wieder zu erhalten; siewerden, bewaffnet wie sie sind, verlangen daß ihnen das magyarische Jochabgenommen und die Selbständigkeit dic sic sich errungen anerkannt werde,daß die Oberherrschaft des Magyarismuö gestürzt und die Gleichberechti-gung der Magyaren mit den andern Nationen ausgesprochen werde" '").

Journale sind weitaus öfter wohldiencrischc Organe als maßvolleLenker und Leiter der allgemeinen Meinung. Bis zu einem gewissen Gradeist dies begreiflich. Flüchtige Kinder des Tages sind die öffentlichenBlätter mehr als irgend etwas an Luft und Wetter des Tages gewiesen,leben i n der Laune und von der Laune der augenblicklichen Strömung.Wer sich derselben entgegensetzen will kann eine Brochure oder ein Buchschreiben, für den einsamen Leser zu ernstem ruhigen Nachdenken bestimmt,aber nicht ein Tagblatt das für die Menge gehört, von ihr getragenund gehalten werden soll. Allein cs ist etwas anderes: sich der den Marktbeherrschenden Tagesmcinung nicht schroff entgegensetzen, und: sich vondem Fluße fortreißen und weit über das Ziel hinaustragen lassen. Dasaber pflegen die Blätter aller Farben und Parteien zu thun, und dadurchwirken sie schlimm daß sie, anstatt den Wallungen des ohnehin stetsübertreibendenbeweglichen Hansens der Quinten" heilsame Dämpferaufznsetzen, dieselben durch spitzige Federn und Worte noch mehr in's siedenbringen. Ganz so war cs um die Jahreswende 18489 mit der unga-rischen Frage. Der Wunsch in Ungarn nichts halbes zu thun, sondernetwas zu schaffen das dauernd und nachhaltig allen bisherigen Miöstän-den einen Damm setze; die Anmaßungen eines hochsahrendcn Magyaris-mus zu bändigen und den anderssprachigen Stämmen des Landes um sogerechter zu werden, als gerade diese das groß-österreichische Banner anf-gesteckt und mitten in Wirren und Kämpfen emporgehaltcn hatten; dasschöne und fruchtbare Donau-Theiß-Land mit der siebcnbürgischen Berg-feste und der kroatisch-slavonischen Wäldcrpracht in einen innigeren ver-