Druckschrift 
4. Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849 Th. 1 (1876) Der ungarische Winter-Feldzug und octroyirte Verfassung, December 1848 bis März 1849
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

180

II. 13 . Fürst Wmdischgrätz und seine Mission.

Waffen thue, das gleiche müße mit allem und jedem in den öffentlichenEinrichtungen, in den anszusprechenden Grundsätzen und Normen, in derRegierung und Verwaltung, in der künftigen Verfassung geschehen. Mandürfe sich nicht scheuenmit der Revolutions-Partei eine offene undenergische Sprache zu führen". Je schwieriger sich die Umstände gestaltendesto weniger dürfe man sich jetzt zu Concessionen herbcilassen; manmüße von der Ueberzeugung ansgehen,daß alles was mit Energie undConseqnenz ausgesprochen worden ist, auch mit gutem Erfolg durchzufüh-ren ist. Ucberhaupt", heißt es am 14. December,wollen wir einedauernde Bürgschaft für die Zukunft haben, so muß im Wesen und inder Form so vorgegangen werden daß man bei allen Gutgesinnten imInnern und bei allen klar sehenden ordentlichen Leuten im AusländeVertrauen erwecke. Vor allem muß sich die Regierung auf eine Basisstellen die vollkommen den Beweis liefert daß sie nicht mehr unter de»Einflüßen der Umsturz-Partei steht". Die Mahnungmit der Revolu-tion zu brechen" wiederholt sich bei ihm oft und oft, und jedesmal womöglich mit erhöhtem Nachdruck.Ich muß hier wiederholen", heißt eseinmal,daß ich mich jeden Tag mehr und mehr überzeuge daß derjetzige Kaiser eine bedeutende Beschränkung in den von Seinem Vorfahrergemachten Concessionen eintreten lassen soll, worin das einzige Mittelliegt der revolutionairen Partei zu imponiren und ihren UebergriffenGränzen zu setzen".So viel ist gewiß", ein andermal,daß man mitder Partei nicht gehen und nicht transigiren kann, ohne das Heft ganzaus den Händen zu geben und sich neuerdings allen Wechselfällen desKampfes blos zu geben. Das Volk, die Massen mäßen der Action derUmstnrzmänner entzogen werden indem man diese unschädlich zu machensucht". Dem Marschall machten in diesem Punkte am meisten diemitder jetzigen Zeit nicht passenden Ansichten des Grafen Stadion" zuschaffen, mit denenalle Gutgesinnten" nicht einverstanden seien;ichsetze mein ganzes Vertrauen in Dich, thenrer Freund", schrieb er Schwar-zenberg,um diesen überspannten Ideen, die nur mit den größten Nach-theilen verbunden sein können, keine Geltung werden zu lassen". Dochzuletzt wurde er am Fürsten Felix selbst irre, als er erfuhr wen derselbezum Nachfolger des Grasen Eszterhcizy im Haag bestimmt habe; erkönne es, äußerte er vorwurfsvoll,nur tief bedauern daß ein Mannwie Doblhoff, der solches Unheil über die Monarchie gebracht, jetzt nochverwendet wird, da eine solche Rücksicht überall nur den schlechtesten Ein-