Schmerling Reichs-Minister.
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Zischen, so schien es, reichte nicht hinan an ihn der in seiner Verteidi-gung dessen was der Linken misstet ruhig fortfnhr. „Es war", wie unsein Zeitgenosse, Laube, den Auftritt schildert, „als ob ein ruhig stehenderFechter seine Degenklinge ein um das anderemal in den Leib des Gegnersstoße ohne daß er dabei die Miene verzieht; nur das große graue Augefolgt mitunter der Richtung des Armes um sich wie zun: Ueberfluß zuüberzeugen daß der Stoß auch gründlich getroffen habe". Schmerling warvon diesem Tage eine der hcrvortrctenden Erscheinungen des Parlaments.Man beobachtete ihn, man schilderte und bilderte ihn. Die vornehm nach-lässige Ruhe seines Auftretens, seine stramme „ofsiciersmäßigc" Haltungfielen eben so auf, wie eine gewisse Eleganz der Erscheinung mit demsorgfältig gekämmten Haar und dem „in so wildbärtiger Zeit" stets glatt
rasirtcn Kinn. Man fühlte daß man mit diesem Oesterreichcr, wenn eS
zum Ernsten käme, kein leichtes Spiel haben werde. Am 1l. Juli
erschien Erzherzog Johann als RcichSvcrwescr in Frankfurt, am l4. er-folgte die Berufung Schmerlings in das Reichs-Ministerium wo er erstdie Angelegenheiten des Innern, einen Monat später auch jene des
Aenßern (19. August) übernahm und mit allgemein anerkannter Meister-schaft führte. „Ihm stand das Regieren dergestalt natürlich und ging ihmso leicht von statten, daß er sich kaum behindert fühlte durch den Abgangvon Macht, an welchem sonst jede Negiernngskunst zu scheitern Pflegt.Aber so macht der geübte und formenrciche Künstler aus dem unbedeu-tendsten Stoffe ein gefälliges Werk: für den dürftigen Inhalt entschädigteine reizende Manier". Dies die Worte eines Zeitgenossen, der zu derZeit wo er sie niederschrieb zu den politischen Gegnern Schmcrling'szählte"). Wohl hatte unser Mann seine damalige Bedeutung zu nichtgeringem Theile der durchschnittlichen Ungelenkigkeit derer zu danken inderen Mitte er gestellt war. Denn wenn man damals in Frankfurt, wasGeist und Bildung was Wissen und Gelehrsamkeit betraf, ohne Fragedie Zierden der Nation an einem Orte versammelt erblickte, so waren indem Punkte worauf es jetzt doch hauptsächlich ankam, im staatsmünnischeuWirken und Walten, gerade jene die im Bereiche von Kunst und Wissen-schaft als Größen ersten Ranges galten, vielfach die ungeschicktesten weilungeübtesten. Auch Schmerling war im Grund Neuling auf diesen: Ge-biete, und wenn ihn die Parteileidcnschaft der Tage in denen sich unserejetzige Erzählung bewegt einen gelehrigen Zögling „aus Mcttcrnich'sSchule" nannte"") so war das rein lächerlich. Allein Schmerling brachte