Fraiitfnrtcr Stiiinnnngcii und das Programm von Krcmsier.
67
tetc, stellte ohne weiters einen Paragraphen mit dem Könige von Preußenals Erbkaiser ein. Zur selben Zeit waren die ReichS-Commissare in Ber-lin, denen der Präsident in Person nachkam. Gagern war von Berlinzurückgekchrt, enttäuscht verstimmt, hatte seinen Mißerfolg nur in klei-neren Kreisen, darunter Jürgens, Beseler von Grcifswaldc, Droysen,mitgethcilt; von der Sub-Commission wurde der verhängnisvolle Para-graph der bereits in der Reinschrift ihres Entwurfes stand wieder heraus-gcnommcn. Da kam das Kremsicrer Programm, die Interpellation Rö-mer's, und nun betrieb die Kaiser-Partei die Sache rücksichtsloser als je.Die Nachrichten die von der wahren Stimmung am preußischen Hofegebracht worden, wurden theils ans die leichte Achsel genommen-'H thcilsdenselben geradezu Trotz und Drohung cntgegengestellt: „wenn der Könignicht wolle so werde er müssen, sollte er bei seinem Widerstande beharrenso werde man ihn absetzen, schlage alles fehl so werde mau im Frühjahrneue Revolution machen". Die Snb-Commission fügte nun von neuemdas Kaiserthum mit der Nachfolge nach dem Erstgeburtsrechte ihrem Ent-wurf ein, und ihre Mitglieder schienen nur darüber im Streit zu sein obder Rcichssitz in Frankfurt a. M. oder in Erfurt sein solle.
Am 7. Dceember erschien die erste Nnmer einer lithographirtcn Par-lamcnts-Corrcspondenz —für deren Redigirnng jeder der drei Clubs derCentren drei Mitglieder wählte — die ganz offen das Ausscheiden derösterreichischen Abgeordneten, die Bildung eines neuen RcichS-Ministc-rimns mit Gagern, die Annahme eines neuen Systems mit Preußen ander Spitze befürwortete. Besonders den ersten Punkt wurde die Parteiim Parlamente und außerhalb desselben nicht müde mit den verschie-densten Gründen immer wieder in den Vordergrund zu drängen. „Dürfendie österreichischen Abgeordneten an einem Hanse mitbancn in welchem sienicht wohnen sollen?" fragte das Blatt am 12. Dccembcr. JulianSchmidt mahnte in einem offenen Briefe Palackh, Oesterreich möge sichan sich selbst genug sein lassen; gleichzeitig seinen vermeintlichen deutschenBeruf wahren zu wollen geschähe „mit Gefahr der Auflösung" Oester-reich stand der Partei offenbar im Wege, das sie beiseite drängen mußteum die Straße nach Berlin frei zu haben "). Von London her schürtender preußische Gesandte Bunsen und Stockmar, in Frankfurt suchte manAnknüpfungen mit dem Vertreter Englands Lord Cowley; die KöniginVictoria und Prinz Albert, hieß es, seien einer Ausscheidung Oesterreichsnicht abgeneigt, und es klang mindestens nicht unwahrscheinlich daß dabei