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I. 6. Groß-Deutsche und Klem-Dcutschc.
Weise gefaßten Beschlüße in Frage zn stellen... Hatte das Programmvon Kremsier die Mehrzahl der österreichischen Abgeordneten, Schmerlingan der Spitze, durch die unumwundene Offenheit seiner Sprache in einegewisse Unruhe versetzt, so war jetzt durch die Interpellation Römersdas Siegel aufgerisscn unter welchem dieselben bisher ihre eigentlichen ^Absichten aufzusparen gesucht hatten. Schmerling und die Seinen konntensich das geeinigte Deutschland gar nicht anders denken als mit Oester-reich an der Spitze, andrerseits dachten sie über das Verhältnis ihrerMonarchie zu Deutschland kaum anders als die Verfasser des KremsiererProgramms. Aber daß dies so nackt und rund ausgesprochen war, jetzt !schon ausgesprochen war, kam ihnen ungelegen. Als sie am 30. No-vember der „böhmische Graf" durch eine ähnliche Rücksichtslosigkeit inVerlegenheit brachte, hatten fünfzehn Oesterreicher von jenen die sich am ,
27. Oktober und am 1. November gegen die viel besprochenen Para- ^
graphc verwahrt hatten, nebstdem Würth Achleitner und Möriug, letz-terer blvs mündlich, eine Erklärung zu Protocoll gegeben daß sie dieAnsichten Deym'S über Oesterreichs Stellung zu Deutschland nicht theilten. t
Aber konnten sie, um sich den Rücken zn decken, in derselben Weise gegen !
die Kundgebung der kaiserlichen Minister, ihrer eigenen Regierung anf-treten? Dasselbe Gefühl des Unbehagens theilten die zahlreichen FreundeOesterreichs im Parlamente, oder jene die jedenfalls Preußen nicht woll-ten; denn daß die „Kaiserlichen" nun mit erhöhter Zuversicht ihre An-strengungen verdoppeln würden und daß die Spitze in dem engerenDeutschland nur an das Haus Hohenzollern fallen könne, das war Allenklar 20). Die Kaiser-Partei im Parlament hatte schon zeitlich im Octobcr >die preußischen Staatsmänner für ihre Idee zu gewinnen versucht, dieaber damals noch in ganz anderer Richtung sahen. Hansemann, einige !
Zeit in Frankfurt weilend, hatte von einem cngern und einem weitern >
Bunde gesprochen, in deren ersterein nach Lage der Verhältnisse Preußen '
die vorwiegende Stellung in der Executive zufallen müsse; Camphansen !
hatte ausdrücklich erklärt, daß die Oberhaupt-Frage für einen engern Bnnd i
nicht mit einheitlicher und erblicher Spitze zu lösen sei. Die Kaiserlichen iwaren dadurch etwas nachdenklicher geworden ohne doch von ihrem Vor- !haben abzustehen. Die November-Ereignisse in Berlin und die gleichzei-tigen Kundgebungen in Oesterreich gegen die W. 2 und 3 hatten ihreHoffnungen von neuem belebt: die Sub-Commission des Berfassnngsaus-schnßes, die gerade an dem Capitcl „von dem Reichsoberhaupte" arbci- i