Russische Besatzung in den Donau-Fiirstenthiimcrn.
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Truppen bclcgt, Fnad-Efsendi und Omer-Pascha waren in der innernStadt nntergebracht, General Duhamel wohnte im Hause des ehemaligenMinisters Villara, Luders in dem des Bojaren Okotclischan. Auch hierwollten die Russen dasselbe Spiel treiben wie in Jassy, doch gelang csihnen nicht immer. Als Duhamel ein paar arglose Anhänger der PforteUngezogen hatte, ließ Fnad-Effendi mehrere Rnssenfrcnnde verhaften bisjene frcigegebcn waren. Auf die Theilnehmcr am letzten Aufstande wurdeim ganzen Lande Jagd gemacht, wobei oft ganz unschuldige Leute übelwegkamcn ^). Die Deputation der walachischcn Freiheitsmänner irrteHilfe suchend in Wien, in Frankfurt, in Paris herum; der MetropolitWoloski aber pries in einer Ansprache an General Lüders die russischeMacht und Stärke, und eine Anzahl walachischer Bojaren sandte durchden Kaimakam K. Kantaknzenos eine Dank- und Ergebenheits-Adressenach Stambul die von: Groß-Vezier Rcschid im Namen des Sultanshuldvoll angenommen und beantwortet wurde, 27. Deccmber. Besondersschlimm erging es von russischer Seite den Polen, die in der Moldauwie in der Walachei gleich unerbittliche Verfolgung erfuhren von der sie -weder fremde Staatsangehörigkeit noch untadelhaftcr friedlicher Lebens-wandel zu schützen vermochte; ein Häuflein von dreißig, bie bei den wa-lachischen Unruhen thätig gewesen, wurde in einem abgelegenen Dorfevon Kozakcn überfallen, nach verzweifeltem Kampfe, wobei sieben vonihnen fielen, bezwungen und in russische Gefangenschaft fortgcschleppt.Auch d e r Unterschied bestand zwischen der türkischen und russischen Be-satzung daß, während jene in der Regel baar zahlten, sich die russischevom Lande erhalten ließ dessen Bewohner ohnedies, besonders die derMoldau, in den letzten Jahren von Miswachs Heuschrecken und Rinder-pest, im Henrigen von der in vielen Gegenden mit beispielloser Wnthausgetretenen Cholera in jeder Art hcimgesncht waren, wozu nun fort-währende Durchmärsche und Einquartirung kamen. Um die Mitte De-cembcr machte General Lüders bekannt: sein Monarch bewillige den Für-stenthümern ein Darlehen von 300000 Silber-Rubeln womit die künftigeVerpflegung der russischen Truppen gegen „allcrbilligftc" Preise der Le-bensmittel zn bestreiten sein werde; anlangend die Rückzahlung diesesDarlehens „wie auch anderer der russischen Regierung verursachten Kosten"behalte sich Se. Majestät vor, seinerzeit darüber zn bestimmen ^). Dabeiübten die russischen Befehlshaber einen polizeilichen Druck ans, der ineiner Zeit freier Bewegung in dem benachbarten Oesterreich doppelt schwer
Geschichte Oesterreichs, Bd. IV. 2