Druckschrift 
1/2 (1885) Anabasis oder Feldzuege Alexanders
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen
 

225

16.

^ Der Tempel des phvnicischen 5?ercules zu TyruS wurde nach Hcrod. II,44. um 2750 v. Chr. erbaut zum Dienste des Gottes, welcher laut maltesi-schen Inschriften von den Tyriern als ,,unser Herr Melkarth, Baal von TyruS"ungemein verehrt wurde, Srr. 757., und zwar: 1) als der den höchsten Gvtt,den alten Bel offenbarende Weltbehcrrscher in der stets neues Leben weckendenSonnenkraft, in deren siegreichem Laufe von Osten nach Westen sein eigenesLeben angeschaut wurde; 2) alö Beschirmer der zum Haupte des phönicischcnStaatenbundcS erhöhten Stadt TyruS und ihrer von Osten nach Westen in derRichtung des Sonnenlaufes sich erstreckenden Handclsfahrten und damit verbun-denen Ansiedlungen, daher auch (s. u.) im iberischen Tartessus, d. st), demwestlicheren Theile der spanischen Südküste jenseits des fretum Oaciitrrnum, oderauch in einer dortigen gleichnamigen Stadt angebeter, R. E- VI, 2, 1627 ff.,wo die Bergsäule Calpe (j. Gibraltar) und ihr gegenüber die maurusische Aby-lyx, die in seinem Namen geeinigte Westmarke der Erde bilden, Srr. 168.170. Der ägyptische Hercules (s. unt.), ein Sohn deS Amun-Na, oderHimmels - Sonnen - Gottes und GötterkönigS, also in derselben genealogischenStellung, wie der phönicischc, von der ägyptischen Theologie in der Reihe ihrerGötter-Evolutionen in die zweite Reihe der 12 Götter cingewiesen, N. E.111, I>87 ff. 1182 f. Duncker, Geschichte deS AlterthumS I, 158 ff. 2. A. Oer argivische Hercules, Sohn der Alemene, einer Tochter des PerfidenElectryonS, Erben der väterlichen Herrschaft über Mycene, ein alter Held desArgiverlandeS, war mit einem zu ArgoS und Mycene verehrten Lichtgeiste desnächtlichen Himmels in Sage, Poesie und Eultnö verschmolzen. In ihm, wiein dein mit ihm identflcirten orientalischen Sonnenhelden, ist die Idee der durchKampfeearbeit zur Siegesherrlichkeit in Natur- und Menschenleben sich empor-ringenden Gotreskraft verkörpert. N. E. 1156 ff. 1159. 1192. Duncker III,129 f. Preller, Mythologie I, 103 ff.

2) In der religiösen und zugleich geschichtlichen Sage von Cadmuö spielenvielleicht die 3 Bedeutungen des Wortes in einander: I) der

Alte, im Sinne der dichterischen Benennung Iehova's bei Daniel VII, 9. 13.Der Alte der Tage der Ewige, wobei etwa auch in mehr heidnischer Wen-dung der Gedanke an den göttlichen Ahnherrn des Volkes und seiner Königs,familie sich einmischt; 2) der Ostländer, 3) speziell: der Kananiter, so daß imNamen ..Eadmue" die ganze Vertretung des phönicischcn Wesens bei den Grie-chen zusammengefaßr wurde, also namentlich die Verbreitung des Baal'Mel-karrh-AstartediensteS mit phönicischcn Colonien, Seefahrten und Handthierungen,mithin insbesondere Handel und Bergbau, nach Crera. Nhvdus, den südlichen,noch mehr aber nach den nördlichen Inseln des ägeischeu Meers, wie ThasvS,LemnoS, Samvthrace und von da nach der vielleicht zuerst ,.Europa", d. h.für die PhönüierAbendland" geheißenen Ostseite der griechischen Halbinsel,Arrian'S AnabasiS. 15