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Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
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Pfalzgraf Ludwig, (zarückschreckend.)

Ein Sterbender!

(er erblickt Franz und tritt erschüttert einige Schritte zurück. Bewegungunter den Fürsten.)

Pfalzgrnf Ludwig, (nach einer Pause mit bewegterStimme.)

Nie hätte ich geglaubt,

Euch so, Franziskus, einst vor mir zu sehn.

Franz.

Nicht, Herr? Ich auch nicht! Wollt Ihr jetzt abschwören,Nun es geschehe die Folgen Eures ThunsUnd zu der Frucht ehrgeizigen VerrathsVerleugnend sagen: geh, ich mag Dich nicht?

Dem eifersücht'gen Ehrgeiz, der Euch schwellt,

Habt jede Pflicht des Dankes Ihr geopfert,

Verrathcn Eures Hanfes treusten Freund.

So mag an Eurem Hanse denn mir einstDie Nach' erscheinen, und eh' ein JahrhundertDahin zieht, mög' in Kämpfen, die ich jetzt,

Ein furchtbar Erbthcil, Deutschland hinterlasse,

Eu'r Erbe, elend, von dem Feind gehetzt,

Wie ich von seinen Freunden all' verlassen,

Flüchtig und bettelnd durch die Lande ziehn,

Beschließend Eures Hauses wahren Glanz.

Es waltet eine Nemesis hienieden,

Auf Euch, Ihr Fürsten, ruf' ich sie herab.

Philipp von Hessen.

Mich kümmert Eure Rechnung nicht mit Ludwig;

Stets war ich Euer Feind, stets wart Jhr's mir.

Franz.

Ihr täuscht so wenig des Gewissens Stimme,

Als Ihr der Rachegöttin Auge täuscht.

Seid Ihr nicht, Landgraf Philipp, Luthers Freund?