Dritter Akt.
Erster Auftritt.
(Ulrich's Zimmer auf der Ebernburg, mit Büchern und Waffen aus-geschmnckt.)
Ulrich, (einen offnen Brief in der Hand haltend, in den ermit der größten Aufregung hineinstarrt. Sein Anblick ist in hohemMaße aufgeregt und verstört.)
Der Luther iu des Reiches Acht und AberachtZu Worms erklärt! Veit allem Anhang, Allen,
Die Schutz ihm leihn! O Karl, o deutsches Reich —
So ist das Aergste denn jetzt ciugetreteu!
(er hält inuc und sieht wieder in den Brief.)
Der Kurfürst Friedrich selbst zieht scheu zurück,
Er hat ihn heimlich fangen, zu geheimen SchirmIhn auf die Wartburg bringen lassen, weilVor Kaisers Zorn er dran verzagt, noch längerIhn frei und offen zu beschützen!
(er wirft sich in einen Sessel; mit schmerzlichstem Ausdruck.)
O Deutschland! Deutschland! Armes Vaterland!
So geht die letzte Hoffnung uns zu Grabe!
Erbleichend sinkt dein Freiheitsstern, der mirAn deinem Himmel leuchtend anfgegangen,
Und wiederkehrt die alte, finstre Nacht.
(cr schweigt einen Augenblick, stier vor sich hinsehcnd.)