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Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
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Erzbischof.

O unterschätzt ihn nicht! Täuscht Euch nicht selbst.

Es handelt sich diesmal um keine Häresie,

Es gilt diesmal nicht einen Arnold blos,

Einen Savanarola zu bekämpfen!

Der deutsche Geist steht wider uns in Waffen

Sein Fahnenträger kämpft der Luther vor!

Legat.

Ich schätz' ihn, wie Ihr sagt. Doch seh' ich die GefahrSo nahe nicht wie Ew. Liebden, wenn vielleichtAuch um so größer nur. Euch schreckt die Ungewißheit,Ob Karl für uns Partei ergreifen wird.

So mancher Fürsten und des Adels NeigungZn Luther ängstigt Euch! Ihr überseht,

Daß unsre beste Macht im Herz der Völker wurzelt.Erzbischof.

Da eben ist es, wo er sic bedroht!

Legat.

Ihm ist's, sie zu entwurzeln, nicht gegeben.

Was ein Jahrtausend brauchte, still sich zu verbreiten,

Fest zu verwachsen mit des Menschen Geist,

Mit seinem Denken, Fühlen, der GewohnheitLeis unbewußter Regung zu verwachsen

Meint Ihr, daß wirklich dies erliegen werdeDer neuen, in sich selbst gespaltnen Lehre,

Die prüfend glauben, glaubend prüfen will?

Die auf des Geistes Zeugniß sich beruftUnd doch ihn bindet an ein todtes Wort?

Ein Buch für göttlich nimmt und dennoch wagtNach eigenem Belieben cs zu deuten?

Die Forschung und Gnade rathlos ringtDie unvereinbaren, in Eins zu binden?

Von einer Lehre, die gen Himmel blickt,