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Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
Seite
75
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Wird nie der Todesstoß der Kirche dröhn,

So lang' man glaubt, wird man an uns auch glauben!Erzbischof.

So glaubt Ihr an die Ewigkeit der Kirche?

O sprecht so fort, denn selige GewißheitTönt Euer Wort in mein besorgt Gemnth.

Legat, (gedankenvoll, j

Ewigkeit sagtet Ihr? In dieses WortesDunkelen Falten lan'rn McdnsenhänpterVersteinernd den, der in die Falte späht.

Erzbischof.

Ich bitt' Euch, sprecht! Sagt Eure Meinung ganz,

Und räthselt nicht in dunklem Widerspruch,

Gefahr bald fürchtend und sie leugnend bald.

Legat.

Wer leugnet sic? Doch heißt sie mir nicht Luther!

In andrer Tiefe sch' ich ihren Quell.

An unserm eignen Busen liegt der Feind,

Und grade wir, Italiens Kirchensürsten,

Wir nähren ihn mit unserm eigenen Blut.

Verflucht das Danaergeschenk, das unsDer Moslem gab! Als nach dem Fall der StadtDes Constantins die flncht'gen Griechen kamenZu uns verpflanzend, unter uns verbreitendDie Trümmer ihrer Kunst und Wissenschaft,

Ja, da begann's! Unseliger Verblendung vollHingen an ihrem Hals im GötterranscheDie Bembo's, Medici's, Italiens Beste alle!

Die junge Schlange saugten sie heran.

Aus schöner Formen ewigen Gesetzen

Ergoß ein Geist des Diesseits und Hicnicdcn,

Goß eines schön'ren Menschthums dunkle AhnungSich in die Brust der jenseitsgläub'gen Welt,