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Franz von Sickingen : eine historische Tragödie
Entstehung
Seite
73
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Erzbischof.

In also böser Zeit

Nimmt man das Klein're selbst wie Großes aufUnd schätzt gleich Hülse schwachen Hoffnungsstrahl.

Legat.

Wohl habt Ihr Recht! Wohl ist cs böse Zeit.

Nie war der Kirche Wohl so sehr bedroht,

Nie war sie selbst in ihren tiefsten VestenSo sehr gefährdet, Herr, wie eben jetzt.

Was diesen Tagen sich entwinden wird,

Die Frucht, zu der der Same jetzt gestreut

Sie droht der Kirche ihren Untergang!

Erzbischof.

Wem sagt Ihr das! 'nein Manne, dessen HaarGran färbte dieser letzten Jahre Lauf!

Auch braucht sich's nicht mehr zu entwinden erst, zu reifenEs steht gereift in voller Stärke da!

Wenn dieser Luther weiter um sich greift,

Weun schneller Sturz ihn eilends nicht verschlingt, -So sinkt der Bau des Vatikans in Trümmer!

Legat.

Der Luther ist's, der also Euch beängstet?

Erzbischof.

Wer sonst? Wen anders könnt Ihr selber meinen,

Als diesen Dämon, der nun seit vier JahrenMit immer kühn'rem Angriff uns bedrängt,

Das Reich verwirrt, in unfern eignen Neih'n,

In jedem Stand sich Freund und Anhang zeugt,

Vier Jahre schon und ungestraft bis heut!

Legat.

Sorgt nicht! Luther soll untergehn. Er sollUnd muß es- doch die wirkliche GefahrStammt nicht von ihm und stirbt mit ihm nicht ab.